24h-Pflege Forschung: Ein Überblick

24h-Pflege Forschung – In rund 500.000 Haushalten in Deutschland unterstützt eine osteuropäische Betreuungskraft Angehörige bei der Pflege eines pflegebedürftigen Menschen. Verursacht durch den demographischen Wandel steigt der Bedarf an Pflegekräften aus Osteuropa. Durch den Wunsch vieler Senioren zuhause altern zu wollen, rückt die Vollzeitpflege für Senioren weiter in den Fokus vieler Familien.

Im Gleichschritt zu der steigenden Nachfrage und Beliebtheit dieses Pflegekonzeptes, steigt auch die Verfügbarkeit von Informationen zu Abläufen, Pflege Organisation und Kosten. Vor allem durch die Entwicklung des Internets sind Information überall und jederzeit verfügbar. Bezüglich der so entstehenden Informationsüberflutung ist es wichtig zu erkennen welche Informationen valide, zuverlässig und seriös sind. Im Rahmen der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung sind, auch wie in anderen Branchen, unabhängige Informationen und Forschungsergebnisse zuverlässige Quellen auf die sich die Angehörigen von Pflegebedürftigen verlassen können.

Doch wie ist der aktuelle Forschungsstand im Bereich der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung? Wo finden Betroffene seriöse Informationen und kann ich allen Berichten von Vermittlungsagenturen trauen? Diese Fragen wollen wir in diesem Blogbeitrag beantworten und geben Ihnen einen Überblick über die Forschung in der 24h-Pflege.

Branchenreport 2020

Mit dem 1. Branchenreport für 24-Stunden-Pflege und -Betreuung aus Osteuropa haben wir im September 2020 das Standard-Werk der Branche veröffentlicht.  Die Entwicklung im Bereich der häuslichen 24-Stunden-Pflege hat uns den Anlass gegeben, genauer auf die Abläufe und Zusammenhänge in der Branche zu schauen. Der Branchenreport 2020umfasst neben den Auswertungen von Statistiken auch Statements von Menschen aus der Branche und 35 Tabellen und Abbildungen. Als Datenbasis für die Auswertungen und Analyse wurden sowohl Daten aus der Nutzung unseres Pflege-Vergleichs-Portals, als auch aus einem Content-Intelligence-Tool und weiteren internetbasierten Analyse-Tools herangezogen. 

Aufgeteilt in drei große Themen-Abschnitte gewährt Ihnen der Branchenreport einen zuverlässigen Einblick in den Markt und das Verhalten der beteiligten Akteure. Der erste Abschnitt thematisiert die Angebotsseite, also die Seite der Pflegevermittlungen sowie die osteuropäischen Pflegekräfte. Im zweiten Teil liefern wir Informationen zu den Interessenten an einer 24-Stunden-Pflege. Dabei sind vor allem im Rahmen der demographischen Daten und zeitlichen Verteilung der Anfragen einige interessante Zusammenhänge abzulesen.Auszug aus dem Branchenreport 2020:

Abbildung 10 zeigt die durchschnittliche Verteilung der Anfragen nach Monaten im Jahr. Es fällt auf, dass es im zweiten Quartal tendenziell eher zu einer Abschwächung kommt, die sich in der Zeit der Sommerferien etwas erholt, aber im Wesentlichen und mit Ausnahme des Novembers – als stärkstem Monat überhaupt – bis zum Jahresende anhält.

24h-Pflege Forschung ist bisher weitestgehend unberührt – unser Branchenreport liefert einen Überblick über den Markt
Quellen, wie unserer Branchenreport 2020, geben den betroffenen Angehörigen zuverlässige Informationen

Der dritte Themenblock beschäftigt sich mit der Relevanz der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung im Internet. Durch den Einsatz unterschiedlicher Tools konnten wir nicht nur die Anzahl an Beiträgen zu dem Thema 24-Stunden-Pflege und -Betreuung auswerten, sondern auch Themen darstellen, die im Internet rund um die 24h-Betreuung erstellt, geteilt und kommentiert werden. Insbesondere die

Coronavirus-Pandemie in der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

24h-Pflege Forschung: Wissenschaftliche Arbeiten und Studien

Forschungen und Studien bilden die Grundlage für wissenschaftliche Arbeiten. Informationen aus solchen wissenschaftlichen Arbeiten sind aufgrund der Standards und Gütekriterien in der Forschung als sehr zuverlässig zu betrachten. Vor allem aufgrund der beschriebenen Unsicherheit, auf welche Informationen sich Betroffene bei der Auswahl einer 24-Stunde-Vermittlungsagentur verlassen können, sind Forschungen und Studien zu der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung für die Angehörigen sehr relevant.

Sicherlich sind auch Beiträge und Auswertungen von Agenturen für die betroffenen Angehörigen informativ, jedoch spiegeln diese nicht unbedingt immer eine objektive Sicht auf den Markt wieder. Recherchen zu dem Thema 24h-Pflege Forschung zeigen, dass wissenschaftliche Arbeiten und Studien zu der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung noch nicht weit verbreitet sind. Insbesondere eine Übersicht über den gesamten Markt, mit Auswertungen zu Zusammenhängen aller Beteiligungsgruppen, fehlt bisher. 

Einzelne Themen und Fragestellungen sind jedoch wissenschaftliche bearbeitet und in Studien zusammengefasst worden. So wurde 2019 beispielsweise eine Studie zu den arbeitsplatzbezogenen Belastungen und Ressourcen von ausländischen 24-Stunden-Betreuungskräften in deutschen Privathaushalten  von dem Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf veröffentlicht (Autoren: Benjamin Schilgen, Katja Savcenko, Albert Nienhaus, Mike Mösko). Im Fokus dieser Studie stehen die osteuropäischen Betreuungskräfte, sowie insbesondere deren körperliche Belastungen und Empfindungen bei der Arbeit in einem fremden Land. 

Wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung sind rar.
24h-Pflege Forschung ist noch ein sehr unerforschtes Gebiet, welches bisher keinen Gesamtüberblick über den Markt zulässt © Hope House Press – Leather Diary on Unsplash

Weitere Studien zu dem Thema 24-Stunden-Pflege und -Betreuung sind schwer zu finden bzw. existieren nicht. Neben den (meist digital abrufbaren) Informationen von Vermittlungsagenturen wurden im Rahmen der häuslichen Betreuung in den letzten Jahren jedoch auch einige Bücher verfasst. Dazu zählen unter anderem:

Professionalisierung der Branche

Neben objektiven und zuverlässigen Informationen trägt auch die zunehmende Professionalisierung der Branche dazu bei, dass das Vertrauen von pflegenden Angehörigen in das Betreuungskonzept der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung zunimmt. Sicherlich kann es trotz der Professionalisierung der Branche vorkommen, dass man auf „schwarze Schafe“ unter den Vermittlungsagenturen trifft, jedoch gibt die Rechtskonformität von Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (BihG) einen konkreten Rahmen für ein professionelles und legales Betreuungskonzept vor.

Eine weitere Entwicklung, die die Seriosität der Branche steigert, ist der Zusammenschluss der beiden Verbände VHBP (Verband für häusliche Betreuung und Pflege e. V.) und BHSB (Bundesverband häusliche SeniorenBetreuung e.V.) im Mai dieses Jahres. Ziel des vereinigten Verbandes ist es, als einheitliche Stimme gegenüber der Politik und Medien aufzutreten. Der Anschluss des Bundesverbands häusliche SeniorenBetreuung an den Verband für häusliche Betreuung und Pflege bündelt vermutlich vor allem Ressourcen und Kompetenzen für den Kampf gegen die Schwarzarbeit in der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung. Klar definierte Rechtsgrundlagen und das Einhalten von Vorgaben, wie z. B. das A1-Formular seitens der Vermittlungsagenturen, sind wichtige Schritte um das Vertrauen in die Branche weiter zu steigern.

24h-Pflege Forschung: Das Fazit

Das Thema 24h-Pflege Forschung bleibt weiterhin ein sehr unerforschtes Gebiet mit wenig wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsergebnissen. Auswertungen und Analysen, wie der Branchenreport 2020, bieten den betroffenen Angehörigen jedoch eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage, welche über den gesamten Markt informiert.

Pflegende Angehörige müssen somit weiterhin genau selektieren, welche Informationen für sie relevant sind. Wichtig bei so einem emotionalen Thema wie der Betreuung eines Angehörigen sind jedoch nicht nur zuverlässige Informationen, sondern vor allem auch der persönliche Eindruck der Vermittlungsagentur. Die am besten aufbereiteten Informationen bringen dem betroffenen Angehörigen nichts, wenn die persönliche Verbindung zwischen ihm und der Vermittlungsagentur nicht passt. Beide Seiten müssen sich bei dem Konzept der 24-Stunden-Pflege und -Betreuung wohl fühlen und gut miteinander kommunizieren.

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Ein Gedanke zu “24h-Pflege Forschung: Ein Überblick

    Kommentar von
    Wolfgang Kohls
    16. November 2020, 11:47

    Leider sind immer noch Leute der Meinung, eine 24 Stundenpflege muss 24 Stunden für die Pflege da sein. Viele denken auch nicht an den Mindestlohn und halten ihre Pflegekraft wie Sklaven. Hier muss dringend etwas geschehen, damit diese Ausbeutung ein Ende hat.

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