Motivation und Herkunft osteuropäischer Betreuungskräfte

Seit weit über 10 Jahren hat sich die Betreuung von Pflegebedürftigen durch Pflegekräfte aus Osteuropa (sog. 24-Stunden-Pflege) als dritte Säule, neben der klassischen Heimunterbringung und der Nutzung eines Pflegedienstes, etabliert. Die Betreuungspersonen kommen aus verschiedenen osteuropäischen EU-Ländern wie beispielsweise Polen, Litauen, Slowakei, Kroatien, Rumänien oder Bulgarien. Die meisten haben einen (Pflege-)Beruf erlernt und einige auch ein Studium absolviert. In ihren Heimatländern sehen sie jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum Möglichkeiten, in ihrem Beruf zu arbeiten. In vielen osteuropäischen Ländern herrscht zudem eine hohe Arbeitslosigkeit.

Die Zahl der Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte nimmt weiter zu.
Zu den Aufgaben der Betreuungskräfte gehören unter anderem Spaziergänge mit den Pflegebedürftigen

Neben jungen Menschen übernehmen auch ältere Personen, die ihre Erfahrungen aus der Pflege Angehöriger nutzen, gerne die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft. Alle zeichnet der Wunsch nach einer erfüllenden und zugleich gerecht entlohnten Tätigkeit aus: „Daher ist der Einsatz als Betreuungsperson in Deutschland für sie sehr interessant. Sie können ihre bisherigen Pflege- und Betreuungserfahrungen voll einbringen und erhalten dafür eine im Vergleich zum Lohnniveau des Heimatlandes sehr gute und leistungsgerechte Bezahlung“, sagt Dirk Mertens von der Agentur SenVitaris. In den osteuropäischen Ländern sind die Pflege und Versorgung älterer Familienmitglieder daheim durch andere Familienmitglieder eine fest verwurzelte Tradition. Sie liegt häufig in den Händen der weiblichen Familienangehörigen. Daher verfügen sie – aber auch immer mehr männliche Kräfte – über vielfältige Erfahrungen. Traditionelle Werte wie Familiensinn, Gemeinschaft, Glauben und Religion sind in Osteuropa festverwurzelt. Ebenso ist ein warmherziger Charakter verbunden mit der Wertschätzung für ältere Menschen ein bestimmendes Merkmal der Betreuungskräfte.

Die unterschiedlichen Erfahrungen und Qualifikationen der Betreuungspersonen ermöglichen eine passgenaue Personalbesetzung, abgestimmt auf die Bedürfnisse und Wünsche der Betreuung. Die Pflege- und Betreuungskenntnisse reichen von ersten Erfahrungen in der Pflege Angehöriger bis hin zu langjähriger, umfassender Betreuungs- und Pflegeerfahrung in Deutschland und/oder dem deutschsprachigen Ausland.

Die Betreuungskräfte übernehmen die Aufgaben der sogenannten Betreuungspflege: 

Hauswirtschaftliche Betreuung:

  • Einkaufen und Kochen
  • Waschen und Bügeln
  • Putzen und Reinigen
  • Pflege von Zimmerpflanzen
  • Sauberes Arbeitsumfeld
  • Bei Bedarf: Versorgung von Haustieren

Aktivierende Versorgung:

  • Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen
  • An- und Auskleiden
  • Unterstützung beim Bewegungsablauf

Grundpflegerische Versorgung:

  • Waschen
  • Duschen
  • Rasieren
  • Zähneputzen
  • Haare kämmen, etc.
  • Inkontinenzversorgung

Gesellschaft leisten:

  • Spaziergänge
  • Spielen
  • Vorlesen
  • Unterhalten
  • Zuhören

Begleitung außer Haus:

  • Arzt
  • Kirche
  • Senioren- und Kulturveranstaltungen
  • Behördengänge

Medizinische Tätigkeiten gehören in den Bereich der Behandlungspflege. Diesen Tätigkeiten dürfen die Betreuungskräfte nicht nachgehen. Das übernimmt der ambulante Pflegedienst, mit dem die Betreuungskräfte Hand in Hand arbeiten.

Mehr zu den Betreuungskräften, den Leistungen und anderen wichtigen Themen erfahren Sie in unserem umfangreichen Ratgeber-Bereich.

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