Mindestlohn Pflege 2019 – Kompakt erklärt

Seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Januar 2015, wird der Satz in regelmäßigen Abständen angepasst. So wird der zwischenzeitlich aufgrund der Inflationsrate gesunkenen Kaufkraft Rechnung getragen. Die nächste Erhöhung steht zum 1. Januar 2019 an. Wir erklären Ihnen in diesem Blogbeitrag zum Mindestlohn Pflege, wie hoch der Mindestlohn in Ost- und West-Deutschland sein wird, welche Ausnahmen gelten und wie hoch die jeweiligen Branchen-Mindestlöhne, insbesondere natürlich in der Pflege, sein werden.

Mindestlohn Pflege 2019: Wir zeigen Ihnen, wie viel Arbeitgeber künftig mindestens zahlen müssen.

Der Mindestlohn wird 2019 auch in der Pflege wieder steigen. Foto: uschi dreiucker / pixelio.de

Gesetzlicher Mindestlohn ab Januar 2019

Ab dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland ein neuer gesetzlicher Mindestlohn. Statt wie bislang 8,84 Euro pro Stunde, sollen alle Arbeitnehmer in der Bundesrepublik ab dem kommenden Jahr mindestens 9,19 Euro bekommen. Das schlug die Mindestlohn-Kommission am 26. Juni 2018 vor. Die entsprechende Verordnung wurde am 31. Oktober von der Bundesregierung verabschiedet. Eine neuerliche Erhöhung steht schon ein Jahr später an: Ab dem 1. Januar 2020 wird der Mindestlohn nämlich ein weiteres Mal steigen, dann um 16 Cent auf 9,35 Euro. Trotzdem wird es weiterhin Ausnahmen geben.

Wer den Mindestlohn nicht bekommt

Dabei bezieht sich die Einschränkung nicht auf bestimmte Berufsgruppen, sondern eher den Status der jeweiligen Arbeitnehmer. So sind weiterhin Jugendliche und 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Auszubildende, Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung, Praktikanten, die ihrer Arbeit im Rahmen eines Pflichtpraktikums nachgehen oder das Praktikum zur Orientierung für eine Ausbildung oder ein Studium dient und weniger als drei Monate dauert, Jugendliche die als Vorbereitung zu einer Ausbildung an einer Einstiegsqualifizierungsmaßnahme teilnehmen sowie ehrenamtlich Tätige vom Mindestlohn ausgeschlossen. Darüber hinaus ist der Mindestlohn nicht fix, sondern abhängig vom Standort und der Branche, in der die Arbeitnehmer tätig sind.

Der Mindestlohn steigt jedes Jahr um durchschnittlich rund 30 Cent.

Gebäudereiniger haben weiterhin einen höheren Mindestlohn als Pfleger. Bild: Julien Christ / pixelio.de

Branchen Mindestlöhne

So wird es in manchen Dienstleistungs- und Handwerksberufen auch in Zukunft höhere Mindestlöhne geben. Das gilt beispielsweise für Elektromonteure, Gebäudereiniger, Dachdecker und Angestellte in Leih- beziehungsweise Zeitarbeit. Letztere müssen ab 2019 mindestens 9,49 Euro pro Stunde von Ihrem Arbeitgeber erhalten, in den anderen genannten Berufen variiert der Wert zwischen 10,05 Euro (Innen- und Unterhaltsreinigung) und 13,82 Euro (Glas- und Fassadenreinigung). Im späteren Verlauf des Jahres werden auch die Mindestbezüge der Mitarbeiter in anderen Branchen angepasst. Dazu gehören Angestellte im Bauhauptgewerbe sowie aus dem Maler- und Lackiererhandwerk. Einen Überblick dazu finden Sie auf der Webseite des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Ein weiterer Faktor, der hier einen nicht unwesentlichen Einfluss hat, ist die Frage, in welchem Teil der Bundesrepublik Unternehmen und Mitarbeiter beheimatet sind.

Unterschied zwischen Ost- und West-Deutschland

Weiterhin wird es einen Unterschied zwischen dem Mindestlohn in den alten und neuen Bundesländern geben. Hier werden damit auch in Zukunft die immer noch unterschiedlichen Lebenserhaltungskosten in Ost und West berücksichtigt. Dabei liegt die Differenz je nach Branche zwischen 30 Cent (Leiharbeit und Zeitarbeit), über rund 50 Cent (Innen- und Unterhaltsreinigung) bis hin zu knapp einem Euro im Fall der Glas- und Fassadenreinigung. In der Pflegebranche liegt sie bei 50 Cent. Welche Bezahlung Pflegekräfte in Deutschland mindestens verlangen können und was das für die 24 Stunden Pflege bedeutet, lesen Sie in den nächsten zwei Absätzen.

Der Unterschied zwischen dem Mindestlohn in den alten und neuen Bundesländern liegt bei durchschnittlich rund 50 Cent.

Aufgrund der höheren Lebenserhaltungskosten ist der Mindestlohn in den westdeutschen Bundesländern etwas höher als im Osten. Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

Mindestlohn in Pflegeberufen ab 2019

Auch in der Pflegebranche werden die Mindestbezüge erhöht. Ab dem 1. Januar werden Pflege- und Betreuungskräfte mindestens 11,05 Euro in den alten und 10,55 Euro in den neuen Bundesländern verdienen. Das entspricht jeweils einem Anstieg von 50 Cent im Gegensatz zum Vorjahr. Der Mindestlohn gilt auch für Alltagsbegleiter/innen sowie Assistenz- und Präsenzkräfte, wenn sie mindestens in 25 Prozent ihrer Arbeitszeit tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind. Dazuzuzählen sind dabei auch die Wegezeiten in der ambulanten Pflege.

Ab dem Jahr 2020 wird der Pflegemindestlohn noch einmal erhöht. Hier werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Pflegeberufen dann 11,35 Euro im Westen und 10,85 Euro im Osten Deutschlands verdienen. Diese Werte gelten für die 24 Stunden Pflege aber nur bedingt.

Deutscher Mindestlohn in der 24 Stunden Pflege?

Ob der in Deutschland gesetzlich festgelegte Mindestlohn auch bei der 24 Stunden Betreuung durch Pflegekräfte aus Osteuropa anzuwenden ist, hängt von den jeweiligen Beschäftigungsformen ab. Wenn Sie beispielsweise die Pflegekraft direkt in Ihrem Haushalt anstellen, sind Sie rechtlich gesehen der Arbeitgeber, müssen Sozialabgaben leisten und sich natürlich auch an den verbindlichen gesetzlichen Mindestlohn halten. Mehr dazu lesen Sie unter Beschäftigungsformem 24 Stunden Pflege, direkte Anstellung 24 Stunden Pflege, selbstständig tätige 24 Stunden Pflege sowie Entsendung 24 Stunden Pflege.

Bei einer Beschäftigung im Rahmen der Entsendung aber sind die polnischen Pflegekräfte weiterhin bei Ihrem Arbeitgeber in Polen angestellt. Jedoch gelten in dem Fall aber nicht polnischen Mindestlohngesetze (Der Mindestlohn in Polen liegt seit dem 01. Januar 2017 bei 12 Złoty, was umgerechnet rund 2,79 Euro entspricht. Mittelfristig ist eine weitere Erhöhung auf 13 Złoty und damit rund 3,02 Euro geplant.)

Die 24 Stunden Pflegekräfte aus Polen werden nach dem deutschen Mindestlohn bezahlt, was auch die Beliebtheit dieser Aufgabe bei den gut ausgebildeten Betreuerinnen aus Osteuropa erklärt. So ist die 24 Stunden Betreuung eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Mehr zu diesen Themen lesen Sie auf unseren Seiten zu den Themen Mindestlohn 24 Stunden Pflege sowie Mindestlohn polnische Pflegekräfte.

24 Stunden Pflege als Alternative zum Seniorenheim

Bei den Empfängern dieser Dienstleistung wird an der 24 Stunden Pflege vor allem die persönliche und liebevolle Betreuung, die umfangreiche Hilfe bei der Alltagsbewältigung und die Möglichkeit, in der eigenen Wohnung bleiben zu können geschätzt. Darüber hinaus sind die 24 Stunden Pflege Kosten auch deutlich niedriger als die für die dauerhafte Unterbringung in einer entsprechenden Einrichtung (mehr dazu unter Kosten Altenheim Pflegeheim). Auf unserer Plattform finden Sie viele hundert Agenturen, die polnische Pflegekräfte im Rahmen der Entsendung vermitteln. Gerne können Sie sich von uns ein unverbindliches Angebot erstellen lassen. Wir bringen Sie dann schnellstmöglich mit den zu Ihren Anforderungen passenden Agenturen zusammen.

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