Kosten 24h-Pflege und Betreuung

Die Kosten für eine 24 Stunden Pflege müssen aktuell von Betroffenen selbst übernommen werden, da es sich um eine private Dienstleistung handelt. Zu den eigentlichen Kosten der 24h-Betreuungskraft kommen noch die üblichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung hinzu.

Im Folgenden informieren wir Sie über Kostenfaktoren, Kosten nach Beschäftigungsarten, Mindestlohn, etc.

Von welchen Faktoren hängen die Kosten für eine 24h-Betreuung ab?

Die Kosten für eine 24h-Betreuung zu Hause durch osteuropäische Pflegekräfte hängen primär von drei entscheidenden Faktoren ab:

Aus diesem Grund ist es für 24h-Pflege-Anbieter meist nicht möglich, einen Pauschalpreis zu nennen, da dieser immer von der individuellen Pflegesituation abhängig ist. Als erster Näherungswert des Preises für eine legale 24h-Betreuung lässt sich eine Preisspanne von etwa 1.900€ bis 2.800€ nennen. Zusätzlich kommen noch die Kosten für Kost und Logis sowie An- und Abreisekosten (jeweils ca. 120,00 bis 150,00€) hinzu.

Neben den Anforderungen an die Betreuungskraft selbst ergeben sich auch je nach Beschäftigungs- bzw. Anstellungsart unterschiedliche Kosten. Als Entscheidungshilfe, welche Art der Beschäftigung einer 24h-Pflegekraft in Frage kommt, findet sich hier eine Aufstellung der Beschäftigungsarten, die in Deutschland gängig und legal sind.

Unterschiedliche Kosten je Beschäftigungsart

Je nachdem, welche Beschäftigungsart für die individuell vorliegende Betreuungssituation geeignet erscheint, ergeben sich unterschiedliche Kosten, aber auch verschiedene Formalitäten und gesetzliche Rahmenbedingungen. Die 3 gängigen Beschäftigungsarten sind:

Im Folgenden werden die jeweiligen Kosten detailliert dargestellt:

Kosten für eine Betreuungskraft, die direkt im Haushalt angestellt ist

Die Kosten, die bei der direkten Anstellung einer 24h-Betreuungskraft anfallen, bestehen aus zwei Komponenten. Zum einen der Lohn für die erbrachte Dienstleistung der 24h-Betreuung und zum anderen die Lohnnebenkosten wie Steuern, Krankenkassenbeiträge, etc.

Die in Deutschland seit dem 1. Januar 2015 geltende Mindestlohnregelung legt fest, dass alle Arbeiten mit einem Bruttostundenlohn von mindestens 8,50€ zu entlohnen sind. Von dieser Regelung abgesehen, gestaltet es sich aufgrund der großen Nachfrage mittlerweile ohnehin schwierig, eine legale Betreuungskraft zu finden, die unter einem monatlichen Nettoeinkommen von ca. 1.000€ bereit ist, ihre Arbeit zu verrichten.

Zusätzlich zum Arbeitslohn sind Kost und Logis hinzuzurechnen, deren Kosten in etwa den Kosten der Sachbezugswerteverordnung von knapp 400€ entsprechen (sollte). Somit ergibt sich für direkt angestellte 24-Stunden-Betreuungskräfte ein rechnerisches Bruttogehalt von etwa 2.400€.

Als Haushalt, der als Arbeitgeber fungiert, kommen zu diesem Bruttogehalt zusätzlich noch die folgenden Kostenpunkte hinzu:

Um einen besseren Überblick über die Kosten dieser Anstellungsart zu erreichen, dient die folgende Tabelle:

Lohnkosten*
Bruttogehalt 2.400 €
Krankenversicherung 175 €
Pflegeversicherung 28 €
Rentenversicherung 224 €
Arbeitslosenversicherung 36 €
Summe 2.864 €
*Arbeitgeberanteil Stand 01/2015

Zu den tatsächlichen Kosten von mindestens 2.864€ kommt erfahrungsgemäß zudem auch ein meist zeitaufwändiger, großer bürokratischer Aufwand hinzu, der mit dem Arbeitgeberstatus des Haushalts einhergeht.

Kosten einer Betreuungskraft, die bei einem ausländischen Unternehmen angestellt ist (Entsendung)

Bei der Anstellungsart ‚Entsendung 24h-Betreuungskraft‘ ist die Betreuungskraft bei einem Unternehmen in ihrem Heimatland, bspw. Polen, angestellt und wird mittels Entsendegesetz zur Erbringung von Dienstleistungen nach Deutschland entsendet. Hierfür wird meist am Ende des Monats eine Rechnung über die erbrachten Leistungen gestellt.

Die Kosten für eine Betreuungskraft, die nach Deutschland entsendet wird, liegen bei etwa 1.900€ bis 2.600€ abhängig von den Sprachkenntnissen und dem tatsächlich anfallendem Betreuungsaufwand. Hinzu kommen in der Regel noch zusätzliche Kosten für den Anbieter bzw. Vermittler dieser Betreuungsart, die in einem Endpreis inkludiert sind oder gesondert zu den Kosten der Betreuungskraft ausgewiesen werden (z. B. durch eine gesonderte Rechnung). Für diese Anbieterkosten gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle wie tagesgenaue Abrechnung (z. B. 3,00€ bis 4,00€ pro Tag) bis hin zu einer Jahrespauschale (oft zwischen 650€ bis 1.500€).

Die Vermittler/ Vermittlungsagenturen bieten im Vorfeld eine deutschsprachige Beratung und Analyse der Pflegesituation, klären die Aufgaben der 24h-Betreuungskraft, kümmern sich um die Auswahl passenden Personals bei geprüften Anbietern im Ausland, organisieren die An- und Abreise sowie Personalwechsel und stehen bei Fragen und Problemen bereit.

Es können staatliche Zuschüsse wie Pflegegeld (zurzeit je nach Pflegestufe zwischen 123€ bis 728€ monatlich), Verhinderungspflegegeld (bis zu 1.612€ jährlich) sowie Steuererleichterungen genutzt werden. Sollten Sie darüber hinaus die Kurzzeitpflege im laufenden Jahr noch nicht beansprucht haben, besteht auch die Möglichkeit, 50 Prozent des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege zusätzlich zum Verhinderungspflegegeld zu beantragen. Dies entspricht einem Betrag i. H. v. 806,00 €.

Somit ergibt sich folgende monatliche Kostenstruktur für eine Betreuungskraft mit niedrigen Deutschkenntnissen bei einem mittleren Betreuungsaufwand:

Kosten
24h-Betreuungskraft 1.900,00 €
Servicegebühr Anbieter/ Vermittler/ Agentur (Durchschnittswert) 100,00 €
Pflegegeld (Pflegestufe 1) -235,00 €
Verhinderungspflegegeld (1.612€ jährlich = rd. 134€ monatlich) -134,00 €
abzgl. Anspruch aus Kurzzeitpflege -67,00 €
Steuerersparnis (bis zu 4.000 €/Jahr = 333€ monatlich) -333,00 €
Effektive monatliche Kosten 1.231,00 €

Die hier exemplarisch gezeigten monatlichen Kosten können durch verschiedene Faktoren wie bspw. den Deutschkenntnissen der Betreuungsskraft und dem Betreuungsaufwand stark variieren.

Kosten einer Betreuungskraft, die selbstständig tätig ist

Ist die Betreuungskraft selbstständig tätig, stellt die Betreuungskraft i.d.R. monatlich eine Rechnung über die von ihr erbrachten Leistungen in der Betreuung bzw. als Haushaltshilfe. An dieser Stelle sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch selbstständige Betreuungskräfte das A1 Formular besitzen, wenn sie in ihrem Heimatland tatsächlich umfänglich sozial- und krankenversichert sind. Nur dann ist die Betreuungskraft legal in Deutschland tätig. Darüber hinaus müssen zudem verschiedene Kriterien eingehalten werden, damit nicht der Eindruck einer Scheinselbständigkeit entsteht.

Hierzu zählen u.a. keine bestehende Weisungsgebundenheit sowie eine komplette unternehmerische Entscheidungsfreiheit. Generell ist eine 24h-Betreuung durch selbstständige Kräfte möglich, wie ein Urteil des Bundessozialgerichts bestätigt (28.09.2011, AZ B12 R 17/09 R).

Für 24h-Betreuungskräfte, die ihr Gewerbe im Ausland angemeldet haben, gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50€ brutto pro Stunde nicht. Legt man vertraglich eine Vollzeitstelle von 38,5 Stunden zu Grunde, müssen für eine legale, selbstständige Betreuungskraft je nach Deutschkenntnissen und tatsächlichem Pflegeaufwand monatlich meist mindestens 1.700€ eingeplant werden, da die Betreuungskraft in ihrem Heimatland sowohl Krankenversicherungs- als auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss. Zudem kommt auch in diesem Beschäftigungsmodell häufig ein Vermittler zum Zuge, der die Betreuungskraft mit den Interessenten zusammenbringt und sich um einige Formalitäten kümmert.

Nach Abzug von staatlichen Zuschüssen in Form von Pflegegeld sowie evtl. Steuererleichterungen ergibt sich folgendes Kostenbild für eine selbstständige Betreuungskraft mit geringen Deutschkenntnissen:

Kosten
24h-Betreuungskraft 1.800,00 €
Servicegebühr Anbieter/ Vermittler/ Agentur (Durchschnittswert) 100,00 €
Pflegegeld (Pflegestufe 1) -235,00 €
Verhinderungspflegegeld (1.612€ jährlich = rd. 134€ monatlich) -134,00 €
abzgl. Anspruch aus Kurzzeitpflege -67,00 €
Steuerersparnis (bis zu 4.000 €/Jahr = 333€ monatlich) -333,00 €
Effektive monatliche Kosten 1.131,00 €

Somit ergeben sich für die 24h-Betreuung mit einer selbstständigen Pflegekraft im Vergleich oftmals die geringsten Kosten. Allerdings sind bei dieser Beschäftigungsmöglichkeit auch die oft höheren Formalitäten sowie die komplette Weisungsfreiheit der selbstständigen Beschäftigten zu bedenken.

Mindestlohn-Gesetz seit 01.01.2015

Seit dem 1. Januar 2015 gilt bundesweit ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro brutto pro Arbeitsstunde. Dieser Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer, die in Deutschland tätig sind, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber ein inländisches oder ein ausländisches Unternehmen ist. Wenngleich durch das Mindestlohngesetz die Kosten meist gestiegen sind, gewährleistet dies eine einigermaßen faire Entlohnung der Betreuungskräfte.

Der Mindestlohn in Deutschland trifft daher auch auf die entsandten und direkt angestellten ausländischen Betreuungskräfte zu. Weiterführende Informationen zum Mindestlohn in der 24h-Betreuung gibt es hier.

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