Früherkennung von Demenz

Wie kann ich Demenz frühzeitig erkennen? In diesem Gastbeitrag von den Experten von CareWork wird dieses wichtige Thema näher durchleuchtet.

In der Bundesrepublik Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 200.000 an einer Demenz. Etwa 7 % der Bürger über 65 Jahre sind von den geistigen Einbußen und dem Verlust von kognitiven Fähigkeiten betroffen. Unter den Begriff Demenz fallen heute über 50 bekannte Krankheitsformen mit unterschiedlichen Ursachen, wobei jedoch immer die geistige Leistungsfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen wird. Die bekannteste Form der Demenz ist die Alzheimer Krankheit, von der zwischen 60 % bis 70 % aller Demenzkranken betroffen ist. Die Alzheimer Erkrankung geht mit einem Absterben der Nervenzellen im Gehirn einher, wofür Ablagerungen – sogenannte Plaques – oder auch Durchblutungsstörungen im Gehirn verantwortlich sein können.

Eine beginnende Demenzerkrankung als Laie zu erkennen und sie von einer alterstypischen Vergesslichkeit oder kurzfristigen Verwirrtheit zu unterscheiden, ist nicht leicht. Demenzerkrankungen beginnen langsam und schleichend, weshalb sie selten früh als solche betrachtet werden. Dies hat den Grund, dass abgestorbene Nervenzellen zwar nicht nachwachsen, aber durch die verbliebene Gehirnleistung noch für eine lange Zeit kompensiert werden können. Bevor das frühe Stadium einer Demenzerkrankung einsetzt, können sogar bis zu drei Jahrzehnte vergehen.

Anzeichen einer Demenz

Damit Demenzkranke länger selbstbestimmt und selbstständig mit ihre Erkrankung leben können, ist eine frühe Diagnosestellung erforderlich. Da aber bei den verschiedenen Demenzarten unterschiedliche Gehirnareale betroffen sind, unterscheiden sich auch deren Symptome. Jedoch gibt es charakteristische Anzeichen, die aufmerksam machen sollten:

  • Gedächtnislücken: Abredungen vergessen, in Gesprächen häufig etwas wiederholen oder beim Lesen nicht mehr zu wissen, was am Anfang des Artikels stand; solche Vorfälle können auf anhaltende sowie fortschreitende Gedächtnislücken und damit einer Verringerung der Gedächtnisleistung hinweisen.
  • Sprachdefizite: Ein weiterer Hinweis auf eine Demenz können Wortfindungsstörungen sein. Sie werden durch unpassende Begriffe ersetzt, wobei längere Sätze und Erzählungen zunehmend unschlüssiger werden.
  • Orientierungsstörungen: Unter demenziellen Erkrankungen leidet häufig auch der Orientierungssinn. In ungewohnter Umgebung fällt es Erkrankten schwer, den Weg zurück zu finden. Bei Fortschreiten der Demenz fällt es Betroffenen auch zunehmend schwerer, sich in der gewohnen Umgebung zu orientieren.
  • Mangelnde Urteilsfähigkeit: Im Hochsommer einen Winterpullover tragen, das plötzliche Missverständnis für ansonsten beherrschte Abläufe wie beispielsweise der Bedienung von Elektronik; diese Defizite in der Urteilskraft können sich ebenfalls bei einer Demenz bemerkbar machen.
  • Vergesslichkeit: Auch wenn hier ganz klar zwischen alterstypischen Erscheinungen unterschieden werden muss, kann das kontinuierliche Verlegen von Gebrauchsgegenständen oder das Vergessen von benötigten Utensilien ebenfalls auf eine beginnende Demenz hinweisen.
  • Stimmungsschwankungen und Wesensänderung: Menschen mit Demenz unterliegen häufig ohne erkennbaren Grund Stimmungsschwankungen, sind unkonzentriert, lustlos und zeigen eine innere Unruhe.

Treffen mehrere Symptome zu, sollten Familienangehörige dazu beitragen, dass der Betroffene schnellstmöglich ärztlichen Rat einholt. Diagnostiziert wird eine Demenz zunächst vom Hausarzt, der in der Folge an Fachärzte überweist.

Betreuung und Versorgung planen

Im Anfangsstadium einer Demenz ist ein selbstständiges Leben oft noch möglich. Schwierig und auch gefährlich wird es dann, wenn einfache Aufgaben im Alltag nicht mehr alleine bewältigt werden können. Da eine Demenz bis heute als unheilbar gilt, lediglich einige Symtome medikamentös zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufes behandelbar sind und die Erkrankung unweigerlich fortschreitet, sollte schon früh an eine Möglichkeit der Betreuung und Versorgung gedacht werden.

Wenn eine Betreuung durch Angehörige, Verwandte oder Freunde nicht nahtlos aufgestellt werden kann und der Betroffene auch nicht stationär untergebracht werden soll, kann eine 24 Stunden Betreuung eine hilfreiche Alternative für alle Beteiligten darstellen. Dies, zumal bei dieser Form der häuslichen Pflege zugleich auch hauswirtschaftliche Aufgaben übernommen werden, sodass Betroffene und Familienangehörige gleichermaßen entlastet werden.

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