Pflegegrade im Rahmen einer osteuropäischen 24h-Pflege und Betreuung

Im Rahmen der Pflegereform startet ab dem 1. Januar 2017 das Pflegestärkungsgesetz II mit seinen umfangreichen Neuerungen. Im Rahmen dessen kommt es zu drei grundlegenden Änderungen:

  1. Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wird neu definiert
  2. Das Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit wird erneuert
  3. Aus den 3 Pflegestufen werden 5 Pflegegrade

Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriff

Noch bis in das Jahr 2012 bezog sich die Pflegebedürftigkeit mehr oder weniger nur auf körperliche Einschränkungen (mehr zu Krankheiten im Alter). Psychisch erkrankte Menschen (wie z.B. an Demenz Erkrankte) haben kaum Leistungen der Pflegekasse erhalten. Dem gegenüber steht aber ein Wachstum eben dieser Menschengruppe, die körperlich keine oder kaum Einschränkungen aufweisen aber aufgrund ihrer eingeschränkten Alltagskompetenz auf Hilfe und auch Pflege angewiesen sind. Schrittweise wurden Hilfen für diesen Personenkreis eingeführt, die aber für Betroffene und deren Angehörige oftmals ungeeignet sind und nicht vergleichbar sind mit Hilfen für körperlich eingeschränkte Menschen.

Aus diesem Grund ist die Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Pflegestärkungsgesetz II ab 2017 verankert. Zur Bestimmung der Pflegebedürftigkeit wird nicht mehr hauptsächlich auf die körperlichen Einschränkungen geachtet, sondern der Grad der Selbständigkeit beurteilt.  

Dieser neue Anspruch lässt sich nur schwer im relativ unflexiblen System der 3 Pflegestufen realisieren und auch die Festlegung des Grads der Selbständigkeit muss nach völlig neuen Gesichtspunkten umgesetzt werden. Neben der Neudefinition der Pflegebedürftigkeit bedarf es demnach auch ein neues Begutachtungsverfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit, das diesem Anspruch gerecht wird.

Das neue Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit – Das neue Begutachtungsassesment (NBA)

Im bisherigen Verfahren wurden die Minuten gezählt, die der Betroffene täglich auf Hilfe angewiesen ist. „Braucht er Hilfe beim Waschen? Braucht er Hilfe beim Toilettengang?“ Waren nur einige der abgefragten Alltagsdinge, die in die Festlegung der Pflegestufe einbezogen wurden. Was aber, wenn der Betroffene alleine auf die Toilette gehen kann, vorher aber aufgrund einer Demenzerkrankung mehrmals daran erinnert werden muss, dass er dafür auch ins Badezimmer gehen muss?

Das vollständig überarbeitete System zählt nicht mehr die Minuten sondern arbeitet mit einem Punktesystem von 100 Punkten. Es werden innerhalb von 6 verschiedenen Modulen Punkte vergeben, die den Grad der Selbständigkeit (die Pflegebedürftigkeit) beschreiben sollen. Die Module werden unterschiedlich gewichtet und schließlich ergibt sich eine Gesamtpunktzahl.

Innerhalb der Module gibt es wiederum verschiedene Kriterien, die nach der Selbständigkeit der Ausführung unter Berücksichtigung des Schweregrades der Beeinträchtigung nach den Gruppen keine, geringe, erhebliche, schwere und schwerste bewertet werden sollen.

Als Beispiel: In Modul 1 wird die Mobilität des Betroffenen beurteilt. Hat er beim alleinigen Treppensteigen erhebliche Einschränkungen, werden hierfür 4-6 Punkte vergeben. Zusammen mit den anderen Kriterien des Moduls ergibt sich eine Gesamtpunktzahl innerhalb des 1. Moduls, die zu 10% zur Festlegung der Pflegebedürftigkeit einfließt.

Die 6 Module und deren Kriterien lauten wie folgt:

Alle Kriterien der Module werden einzeln geprüft und es gibt eine Gesamtpunktzahl des Moduls. Diese Punktzahl fließt gewichtet in die Gesamtpunktzahl aller Module ein, die den Pflegegrad festlegt.

Die neuen Pflegegrade

Dieses umfangreiche Verfahren und das Punktesystem an nur 3 Pflegestufen anzupassen, ist quasi nicht möglich. Zudem wurde durch die Neudefinition der Pflegebedürftigkeit auch eine andere Grundlage geschaffen, so dass die 3 Pflegestufen ab dem 1. Januar 2017 von den 5 neuen Pflegegraden abgelöst werden.

Gemäß der Punktzahl des neuen Begutachtungsassesments und der damit verbundenen Beeinträchtigung der Selbständigkeit, ergibt sich folgender Pflegegrad:

Leistungen der Pflegegrade

Steht der Pflegegrad fest, bekommt der Pflegebedürftige Leistungen der Pflegekasse. Im Folgenden sind die Leistungen bei häuslicher Versorgung dargestellt, die auch in Anspruch genommen werden können wenn die Betreuung durch osteuropäische 24h-Betreuerinnen geleistet wird:

Wie bisher bekommen Pflegebedürftige bei Pflege und Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst oder bei Unterbringung in einem Altenheim höhere Sätze des Pflegegeldes.

Wie bekommt man einen der neuen Pflegegrade?

Ab 2017 wird bei Beantragung eines Pflegegrads ohne vorher eine Pflegestufe zu haben, das oben geschilderte NBA durchgeführt.

Besteht aber bereits im Jahr 2016 eine Pflegestufe, wird das NBA nicht neu durchgeführt sondern die Pflegestufe in einen Pflegegrad transformiert. Die folgende Tabelle zeigt die Pflegestufe und die daraus ab 2017 resultierenden Pflegegrade:

Pflegestufe bis Ende 2016

Pflegegrad ab 2017

-

Pflegegrad 1

Pflegestufe 0/ Pflegestufe 1

Pflegegrad 2

Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz/ Pflegestufe 2

Pflegegrad 3

Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz/ Pflegestufe 3

Pflegegrad 4

Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz/ Härtefalle

Pflegegrad 5

Aus der Transformation der Pflegestufen in Pflegegrade ergibt sich für viele Pflegebedürftige auch ein anderer, oftmals höherer, Satz des Pflegegeldes. Diese Gleich- und oftmals Höherstellung ist ebenfalls im Pflegegesetz II verankert und wird durch den Bestandsschutz geregelt.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung des Pflegegeldes:

Pflegestufe

Pflegegeld

Entsprechender Pflegegrad

Pflegegeld

Veränderung

1

244€

2

316€

+ 72€

2

458€

3

545€

+ 87€

3

728€

4*

728€

0

*Auch Pflegebedürftige mit Pflegestufe 2 und eingeschränkter Alltagskompetenz werden in den Pflegegrad 4 eingestuft, was einer Erhöhung von 183€ (von 545€ auf 728€) entspricht.

Fazit zu Pflegegraden und 24-Stunden-Pflege

Das Jahr 2017 bringt die bisher größte Neuerung der Pflegereform auf den Weg. Ab dann stehen 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege zur Verfügung, die besonders auch durch den Entlastungsbeitrag in Pflegegrad 1 den Menschen zu Gute kommt, die gut zu Hause leben können, aber während ihres Alltags teilweise auf Hilfe angewiesen sind.

Darüber hinaus unterstützen die zahlreichen Sach- und Beratungsleistungen die Pflege zu Hause; auch oder gerade besonders die 24-Stunden-Pflege durch osteuropäische Pflegekräfte profitiert davon.

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