Pflegekräfte aus Osteuropa

Wenn sich Pflegebedürftige im Alltag nicht mehr selbst versorgen können, ist das eine schwierige Situation für die Angehörigen. Eine ‚Rund um die Uhr‘-Betreuung ist aufgrund beruflicher Verpflichtungen oder der Entfernung meist nicht möglich. Deshalb beschäftigen viele Familien eine Pflegerin aus dem osteuropäischen Ausland. Deren Einsatz war eine Zeit lang eine rechtliche Grauzone, doch wer gewisse Voraussetzungen beachtet, kann heutzutage ohne Probleme osteuropäisches Pflegepersonal einsetzen.

Generell sind Pflegekräfte aus Osteuropa heute nicht mehr aus der 24h-Pflege in Deutschland wegzudenken. Seit der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 ist es für Pflegekräfte aus Osteuropa völlig legal möglich, im europäischen Ausland und damit auch in Deutschland im Bereich der 24h-Pflege zu arbeiten, ohne dafür ihren Wohnsitz verlegen zu müssen.

Legale Beschäftigungsformen

Die drei gebräuchlichen Anstellungsarten sind die Direktanstellung in einem deutschen Haushalt, die Entsendung einer in Heimatland angestellten Pflegekraft (Entsendegesetz) oder die Arbeit auf selbstständiger Basis mit Gewerbeanmeldung im Heimatland.
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Die meisten in Deutschland ansässigen Anbieter arbeiten mit dem Modell der Entsendung und setzen in großer Zahl osteuropäisches Betreuungspersonal ein, in der Regel aus Polen, aber auch aus Rumänien oder Tschechien und koordinieren deren Einsatz hier vor Ort in Deutschland.

Das leisten deutsche Vermittlungsagenturen

Hier liegt ein wesentlicher Schwerpunkt im Dienstleistungsangebot der deutschen Agenturen. Alle organisatorischen Fragen rund um die Vermittlung der Pflegekräfte aus Osteuropa werden also entweder direkt von der deutschen Firma geregelt oder diese dient Ihnen als verlässlicher Ansprechpartner, ohne dass Sie für Ihre Anliegen also zum Beispiel die polnische Firma kontaktieren müssen. Ebenso wird meist eine deutsche Notfall-Hotline und Pflegeberatung geboten. Ausgehend von Ihren Angaben suchen die Agenturen gezielt nach passenden Pflegekräften aus Osteuropa und unterbreiten Ihnen Angebote, die sowohl die Kompetenzen der Pflegekraft im fachlichen und sozialen Bereich aufzeigen als auch einen Kostenvoranschlag umfassen, der abbildet, worauf Sie sich preislich einstellen müssen. Deutsche Vermittlungsagenturen kennen den Markt der 24h-Betreuung und haben i. d. R. mehrere Kooperationspartner in Osteuropa, sodass schnell Ersatz beschafft werden kann im Notfall. Das ist ein großer Pluspunkt.

Was darf gute und legale 24h-Pflege aus Polen, der Slowakei etc. kosten?

Der Preis ist natürlich ein gewichtiger Faktor, wenn über Pflegekräfte aus Osteuropa geredet wird. Ohne an dieser Stelle auf die gewachsenen gesellschaftspolitischen Gründe einzugehen: Osteuropäische Pflegekräfte sind bis heute deutlich günstiger als deutsche Pflege- bzw. Betreuungskräfte. Auf die Qualität der Pflege hat die Frage der Nationalität dabei keine Auswirkung. Günstig heißt jedoch nicht billig: Führen Sie sich vor Augen, dass eine Pflegekraft aus Osteuropa für mehrere Wochen ihre Familie verlässt in der Hoffnung, in Deutschland ausreichend Geld zu verdienen, um eigenen Angehörigen damit gut zu versorgen.

Gleichzeitig muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass der „Markt“ der 24h-Pflege aufgrund der demographischen Entwicklung hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung Hochkonjunktur hat und entsprechend die Nachfrage für 24h-Pflegekräfte stetig weiter zunimmt. Ein harter Verdrängungskampf, der eben oftmals über den Preis für eine 24h-Pflege ausgetragen wird, verschleiert in manchen Fällen den Blick auf Qualität und Seriosität, die bei allem Kostenbewusstsein dennoch immer im Vordergrund stehen sollte.

24h-Pflege muss also selbst im Bereich der Pflegekräfte aus Osteuropa einen gewissen Betrag kosten „dürfen“. Ist das Angebot, das Ihnen vorgelegt wird, allerdings zu niedrig, kann das ein Hinweis auf eine unsaubere Praxis eines Anbieters hinsichtlich der Legalität sein. Auch sollten Sie sich über den seit Januar 2015 geltenden Mindestlohn in der Pflege und deren Einhaltung informieren. Als Faustregel für entsendete Betreuungskräfte mit guten Deutschkenntnissen kann ein Gesamtpreis von deutlich unter 2.000 Euro als recht niedrig betrachtet werden.

Natürlich aber sollte der Preis einen gewissen Rahmen auch nicht übersteigen. Informationen und Hinweise, die Ihnen helfen sollen, Anbieter und ihre Preise auf ihre Seriosität hin prüfen zu können, finden Sie in unserem Ratgeberteil Kosten 24h-Pflege.

Welche Aufgaben übernehmen die 24h-Betreuungskräfte?

Abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit umfassen die Aufgaben einer 24h-Pflegekraft nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Dazu gehören Tätigkeiten der Grundpflege (Hilfe bei der Körperpflege, Ernährung und Lagerung), Arbeiten im Haushalt (Unterstützung beim Kochen, Einkaufen etc.), Hilfestellung bei der Mobilisierung (Aufstehen, Gehen, Stehen etc.).
mehr dazu im Ratgeberteil „Aufgaben 24h Pflege“

Darüber hinaus ist eine Betreuungskraft oftmals auch als Ansprechpartner und Zuhörer gefragt. Man muss sich vor Augen führen, dass Dinge, die ein Leben lang selbstverständlich waren, plötzlich gar nicht mehr oder nur noch mit Hilfe eines anderen Menschen getan werden können. Wenn dieser Zustand bei vollem Bewusstsein erlebt wird, sind oft auch seelsorgerische Kompetenzen gefragt, in jedem Fall braucht es ein gewisses Einfühlungsvermögen.

Gleichzeitig ist eine 24h-Pflegekraft kein Mitglied der Familie und hat so, bei allem Verständnis für die Sorgen und Ängste sowohl des Pflegebedürftigen als auch der Angehörigen, immer die nötige Distanz zu wahren, um den Pflegebedürftigen zuallererst als ‚Patienten‘ zu sehen und entsprechende Entscheidungen treffen zu können.

Fazit: Warum also eine Pflegerin aus Osteuropa?

Zusammenfassend sprechen einige Gründe für diese Pflege-Variante:

Erfahren sie mehr über Pflegekräfte aus den einzelnen osteuropäischen Ländern sowie spezielle Anforderungen und rechtliche Voraussetzungen: