Hohe Belastung in der Altenpflege – Lösung 24 Stunden Pflege?

Hohe Belastung in der Altenpflege: Pfleger, die in der Alten- und Krankenpflege tätig sind, werden selbst öfter krank und leiden unter besonders hohem Druck. Das zeigt eine neue Studie der Betriebskrankenkassen, die im BKK Gesundheitsatlas 2017 veröffentlicht wurde. Mehr als 20 Prozent der Altenpfleger fühlen sich durch ihre Arbeit physisch und psychisch gefährdet. Der Gesamtdurchschnitt für alle Berufsgruppen bei dieser Fragestellung betrug mit 4,4 Prozent nur einen Bruchteil dessen. In vielen Heimen fehlen außerdem die Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Nicht mal die Hälfte (43 Prozent) der Befragten gaben an, dass in ihrem Betrieb solche Angebote existieren.

Aus dieser hohen Belastung resultiert, dass die Pflegefachkräfte im Bereich Gesundheit und Pflege selbst öfter krank sind, als andere Berufsgruppen. Sie führen die Untersuchung in vielen Kategorien an und liegen weit über dem ermittelten Durchschnitt: Die meisten krankheitsbedingten Fehltage, die meisten Muskel- und Skeletterkrankungen, die meisten psychischen Störungen und auch die daraus resultierenden AU-Tage sind jeweils ein Spitzenwert in ihrer Kategorie. Besonders im hohen Alter sind die Pflegekräfte anfällig und werden im Schnitt mehr als doppelt so oft krankgeschrieben, wie alle Beschäftigten insgesamt (43,3 Tage zu 16,3 Tage).

Die Gründe für die enorm hohen Belastungen sind offenkundig. Ein Drittel aller Beschäftigten in der Krankenpflege haben ein befristetes Arbeitsverhältnis. Die Studie selbst sieht die hohen Fehlzeiten der befristet in Teilzeit beschäftigten Arbeitskräfte als Indiz für die gesundheitlichen Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse gewertet werden. Und dieser Rückschluss liegt auf der Hand: Die Pflegekräfte tragen große Verantwortung für hilfsbedürftige Menschen, leiden unter immer weiter wachsenden Personaleinsparungen ihrer Arbeitgeber und müssen sich dabei stets um ihre eigene Zukunft sorgen.

Befristete Arbeitsverträge und hohe Belastung sorgen für die große körperliche und psychische Belastung

Wer in einem Senioren- oder Pflegeheim arbeitet, leidet oft unter sehr hohem Druck. © Paul-Georg Meister  / pixelio.de

24h-Pflege entlastet Angehörige und Heime

Jacura 24 Stunden Pflege vermittelt Pflegekräfte aus Osteuropa im Rahmen der 24h-Betreuung an deutsche Haushalte, die dort den pflegenden Angehörigen unter die Arme greifen. Zu den Aufgaben der 24h-Pflege gehören die allgemeine Pflege, das Übernehmen von Aufgaben im Haushalt oder das Begleiten zu Terminen. Diese Hilfestellung ist für die pflegenden Verwandten essentiell wichtig – so zeigte doch erst vor kurzem eine Studie der Hans Böckler Stiftung, dass auch die Angehörigen unter einer großen Arbeitsbelastung leiden.

Im Umkehrschluss müssen wir als Agentur aber auch darauf achten, dass die von uns vermittelten Pflegerinnen und Pfleger fair behandelt werden. Dazu gehört natürlich die Einhaltung von Arbeitszeitgrenzen und dem gesetzlichen Mindestlohn, aber auch eine angemessene Bezahlung und die Sicherstellung der korrekten Abführung der Sozialversicherungsbeiträge, für die das Formular A1 ausgestellt werden muss. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst und sorgen durch den stetigen Austausch mit den Pflegerinnen, den Haushalten und den Arbeitgebern im Herkunftsland der Betreuungskraft dafür, dass die Grundvoraussetzungen für ein faires Arbeitsverhältnis immer gewährleistet sind.

Wir können die Arbeitsbedingungen in Seniorenheimen nicht verbessern. Wir können aber sehr wohl durch die faire Behandlung der Betreuungskräfte und den Schutz ihrer Rechte dafür sorgen, dass ihnen die Anerkennung und Würdigung zuteil wird, die sie verdient haben. Das gilt nicht nur für Dienstleister wie uns oder die Pflegeheime, sondern für unsere Gesellschaft als Ganzes. In Anbetracht des demografischen Wandels wird die Arbeit der Altenpfleger immer wertvoller. Wenn wir diesen Wert nicht vermitteln und sie als billige Arbeitskräfte ausnutzen, wird dieser eigentlich schöne und wichtige Beruf in Zukunft nicht mehr genügend Interessenten finden, die ihn auch ausüben wollen. Und dieser Fachkräftemangel betrifft nicht nur eine Branche, sondern uns alle!

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