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Morbus Crohn Betreuung - lesen Sie hier Wissenswertes über die Krankheit und ihre Behandlungsmöglichkeiten

Was versteht man unter Morbus Crohn?

Morbus Crohn bezeichnet eine chronische Darmentzündung, die in den meisten Fällen den Dünndarm oder den Bereich zwischen Dünndarm und Dickdarm betrifft, jedoch im gesamten Verdauungsapparat (von der Mundhöhle bis zum After) ausbrechen kann. Medizinisch spricht man bei Morbus Crohn auch von „enteritis reginalis“. Krankheitstypisch ist das schubweise verlaufende Auftreten.

Deutschlandweit kommt es jährlich zu 4.500 Neuerkrankungen, insgesamt betroffen von Morbus Crohn sind 320.000 Personen. Das Durchschnittsalter des ersten Krankheitsausbruches liegt bei 20 bis 35 Jahren und da die Krankheit chronisch verläuft, müssen sich die Betroffenen ihr weiters Leben mit ihr arrangieren. Kinder und Jugendliche können jedoch auch von Morbus Crohn betroffen sein; dieses ist bei 19 von 100 Erkrankten der Fall. Bedeutend ist aber eine Differentialdiagnostik, da sich die Beschwerden im Jugend- und Erwachsenenalter sehr unterschiedlich äußern.1

Welche Anzeichen und Abschnitte gibt es für Morbus Crohn?

Die Hauptsymptome bei Morbus Crohn betreffen in vielen Fällen den Magen-Darm-Bereich.

Zu den ersten Merkmalen zählen:

Anfänglich diagnostizieren die Ärzte in den meisten Fällen Infekte oder eine Viruserkrankung anstatt Morbus Crohn. Immer wieder auftretende Durchfälle, die meist wässrig oder gar schleimig sind und mit krampfartigen Bauchschmerzen verbunden sind, gehören zu den immer wiederkehrenden Symptomen bei Morbus Crohn. Beinahe jeder Erkrankte kennt diese Beschwerden. Auch bei Kindern treten diese Symptome bereits auf, wenn sich hier die ersten Anzeichen der Erkrankung abermals oft anders zeigen. Mit der Zeit jedoch gehören für die meisten Patienten Durchfälle und Bauchschmerzen zu den Hauptanzeichen der Krankheit. Dabei konzentriert sich der Schmerz meist auf den rechten Unterbauch.

Wenn die Krankheit seit Jahren besteht, kann es zu Komplikationen im Magen-Darm-Bereich kommen. Die sich wiederholenden Entzündungen führen oftmals zu einer dauerhaften Schädigung der Schleimhäute und der Magenwände. Die Folgen dieser Komplikationen sind:

Welche Auslöser kommen für die Darmentzündung in Frage?

In den vergangenen Jahren gab es reichlich Forschungen und Diskussionen über Morbus Crohn. Bis zum heutigen Tag herrscht zwischen den Wissenschaftlern und Medizinern keine Einigkeit über die Hauptursache von Morbus Crohn. Zweifelsfrei begünstigen aber eine Reihe einzelner Umstände und Ursachen die Krankheit und deren Ausbruch. Mögliche Ursachen und Auslöser:

  1. Genetik: Wissenschaftler und Mediziner kamen zu dem Ergebnis, dass Morbus Crohn vermehrt in einer Familie auftreten kann, jedoch keine Erbkrankheit im eigentlichen Sinne darstellt. Vielmehr können die Gene den Ausbruch der Krankheit verursachen. So wurden bei vielen Morbus Crohn-Patienten veränderte Genstrukturen gefunden. Weiterhin ist die genetisch bedingte Abwehr bei vielen Betroffenen nicht so wie bei einem gesunden Menschen oder besser gesagt fehlerhaft. Bei einem gesunden Menschen gibt es auf einem Gen vier Abschnitte, so genannte Defensine produzierende Genabschnitte, die das Immunsystem positiv beeinflussen. Defensine sind eine Art körpereigenes Antibiotikum. Bei an Morbus Crohn erkrankten Menschen fehlt meist einer dieser vier Abschnitte, hier sind nur drei Defensine produzierende Abschnitte vorhanden. Hierdurch kann die Abwehr geschwächt werden und eben Krankheiten wie Morbus Crohn brechen aus. Meistens sind es jedoch noch weitere Ursachen, die dann im Zusammenspiel den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Die Frage, ob Morbus Crohn zu den Erbkrankheiten gehört, kann hier aber im eigentlichen Sinne mit `nein` beantwortet werden. Wissenschaftler und Mediziner nehmen an, dass genetische Faktoren den Krankheitsausbruch begünstigen. Das Risiko, als Morbus Crohn-Betroffene ein Kind mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung zu bekommen, liegt zwischen zwei und fünf Prozent. Die meisten Betroffenen bringen gesunde Kinder zur Welt.
  2. Morbus Crohn durch ungesunde Ernährung: Auch eine ungesunde oder falsche Ernährung wird in Zusammenhang mit der Krankheit Morbus Crohn gebracht. Es kann nicht pauschal beantwortet werden, was hier genau unter einer ungesunden oder gar falschen Ernährung zu verstehen ist. Dieses muss individuell betrachtet werden. Fest steht allerdings, dass immer mehr Menschen unter Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln leiden, besser bekannt auch als Lebensmittelallergien. Nimmt man diese zu spät oder gar nicht ernst, können die Folgen für den Körper schwerwiegend sein; Reizungen und Entzündungen sind das Nachspiel in vielen Fällen. Morbus Crohn kann dann als eine der möglichen Darmentzündungen zum Ausbruch kommen, wenn diese Entzündungen im schlechtesten Fall chronisch werden. Besteht der Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit und es kommt nach der Nahrungsaufnahme öfter zu Schmerzen und Verdauungsproblemen, vertraut man sich am besten seinem Arzt an. Wenn die Verursacher frühzeitig entdeckt und ein dementsprechender Ernährungsplan erstellt wird, besteht die Möglichkeit, den Ausbruch von Morbus Crohn und anderen chronischen Krankheiten zu verhindern. Wenn Morbus Crohn bereits diagnostiziert wurde, ist es von großer Bedeutung, genaustens auf eine passende Ernährung zu achten, um weitere Schübe zu vermeiden. Ein Großteil der Betroffenen reagiert negativ auf blähende und ballaststoffhaltige Kost; es ist jedoch am sinnvollsten, einen individuellen Ernährungsplan zu erstellen.
  3. Weitere Krankheitsursachen können psychische Ursachen sein, insbesondere bezüglich der Untersuchungen zur Krankheitsentstehung. Die Hauptursache für Morbus Crohn stellen sie laut den Forschern jedoch nicht da. Aspekte wie Stress, Ärger, Sorgen oder Depressionen können den Ausbruch der ohnehin drohenden Krankheit begünstigen oder auch bei bereits Erkrankten häufiger Schübe oder auch verschlimmerte Symptome auslösen. Psychischer Stress gilt bei Morbus Crohn nicht als Ursache im eigentlichen Sinn, wird aber mit der Krankheit in Verbindung gebracht. Nicht nur der Geist, sondern auch der Körper werden durch eine schlechte psychische Verfassung geschwächt. Der Mensch wird anfälliger, Morbus Crohn kann ausbrechen oder es kann ein erneuter oder sogar verschlimmerter Schub auftreten. Stress alleine betrachtet ist aber keine Ursache für Morbus Crohn.
  4. Nach heutigem Wissensstand der Forschung gilt Morbus Crohn als Autoimmunkrankheit. Die Autoimmunkrankheit bezeichnet den Zustand, wenn der Körper gegen sich selbst arbeitet und Antikörper gegen das eigene Abwehrsystem bildet. Diese Tatsache schwächt den Körper und erhöht somit die Anfälligkeit gegen Krankheiten. Bei rund 20 Prozent der Erkrankten wurden solche Antikörper gefunden. Hier kommt es oft zum Einsatz von Medikamenten, die das Immunsystem herunterfahren, damit der Körper nicht mehr gegen sich selber kämpft.
  5. Bakterien als Ursache von Morbus Crohn: Es kann oftmals nur schwer eindeutig festgestellt werden, ob es alleinige Ursache oder kleiner Teil des großen Ganzen ist. Fakt ist aber, dass auch Bakterien den Ausbruch der Krankheit begünstigen.

Durch welche Risikofaktoren wird die Erkrankung begünstigt?

Neben den bereits erwähnten möglichen Ursachen gibt es weitere Risikofaktoren, welche den Ausbruch von Morbus Crohn begünstigen können:

-Rauchen: Raucher sind häufiger als Nichtraucher von der Krankheit betroffen. Statistisch betrachtet erkranken Raucher doppelt so oft an Morbus Crohn wie Nichtraucher. Wird das Rauchen reduziert oder aufgegeben, berichten Erkrankte über einen schwächeren Krankheitsverlauf und minimierte Beschwerden während eines Schubes.

-Eine zu intensive oder gar übertriebene Hygiene kann auch eine Negativwirkung auf die Gesundheit und den Körper haben. Der Körper kommt weniger mit Bakterien und Keimen in Berührung und verlernt, sich zu wehren. Hier kommt es dann häufiger zu immer wiederkehrenden Entzündungsprozessen, so auch im Darm. Des Weiteren gehen die Forscher davon aus, dass zu viel Seife und ähnliches die Barrierefunktion des Darmes schwächen und auch so ein Ausbruch von Krankheiten wie zum Beispiel Morbus Crohn begünstigt wird.

-Auch Umwelteinflüsse kommen in Verdacht, Morbus Crohn zu begünstigen. Dieses belegt die Tatsache, dass die Krankheit in Industrieländern viel häufiger auftritt als in den ärmeren Regionen und Ländern.

Wissenschaftler vermuten noch viele solcher Risikofaktoren. Allgemein lässt sich sagen, dass nahezu alles, was dem Körper schadet, die Abwehr schwächt und als ungesund angesehen wird, letztendlich auch eine Mitursache für den Ausbruch von Morbus Crohn sein kann.3

Wie kann Morbus Crohn behandelt werden?

Eine gänzliche Heilung von Morbus Crohn gibt es derzeit leider nicht. Spezielle Arzneimittel rufen allerdings eine Linderung der Beschwerden und eine Verlängerung der symptomfreien Phasen hervor. Welche Medikamente eingenommen werden müssen, hängt unter anderem davon ab, wie intensiv die Entzündung verläuft und welcher Bereich des Magen-Darm-Trakts von der Krankheit betroffen ist.

-Morbus Crohn im unterem Dünndarm mit Ileozökalbefall; kommt es im letzten Dünndarmabschnitt zu einem akuten Schub, muss die Entzündung minimiert werden. Je nach Stärke der Entzündung der Darmschleimhaut oder Darmwand, werden örtlich oder im ganzen Körper Kortisonpräparate eingesetzt; dieses haben eine entzündungshemmende Wirkung und verhindern eine Überreaktion des Körpers gegen das Immunsystem. Patienten müssen diese Medikamente über mehrere Wochen hinweg einnehmen, bis die Beschwerden abklingen. Nur wenn der akute Schub mild verläuft, können auch schwächere Entzündungshemmer wie Mesalazin eine Wirkung erzielen.

Reichen künstlich hergestellte Kortison-Abkömmlinge wie Budesonid oder Prednisolon nicht aus, muss der Betroffene weitere Medikamente einnehmen. In diesem Fall werden vom behandelnden Arzt Wirkstoffe wie Azathioprin oder 6-Mercaptopurin verschrieben, welche das Immunsystem in seiner Aktivität einschränken. Künstlich hergestellte Antikörper wie Infliximab, die sich gegen proentzündliche Botenstoffe (zum Beispiel TNF-alpha) im Organismus richten, kommen nur in Betracht, wenn die anderen Arzneimittel nicht ausreichend helfen. Alternativ wird das Medikament Methotrexat (MTX) als wöchentliche Spritze eingesetzt. Wichtig ist, dass die Patienten den Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen, da diese Medikamente vermehrt Infektionen hervorrufen können.

-Morbus Crohn im Dickdarm (Colitis Crohn): Verläuft die Entzündung nicht zu stark, setzen Gastroenterologen Medikamente wie Sulfasalazin oder Kortison ein, welche beide entzündungshemmend wirken. Verbessern sich die Beschwerden dadurch nicht genügend, werden von Medizinern die gleichen Arzneimittel wie im Dünndarm angewandt.

-Morbus Crohn in Magen oder Speiseröhre: Wenn die Krankheit die oberen Abschnitte des Verdauungstraktes betrifft, kommen wiederum Kortisonpräparate zum Einsatz, die im ganzen Körper Wirkung zeigen. Zusätzlich ist die Einnahme von Protonenpumpenhemmern notwendig. Diese Medikamente mindern die Bildung von Magensäure und lindern dadurch Sodbrennen.

-Langzeittherapie (Remissionserhaltung, Erhaltungstherapie): Studien belegen, dass bei 30 - 60 Prozent der Crohn-Patienten innerhalb eines Jahres die Krankheit erneut zum Ausbruch kommt. Bezogen auf zwei Jahre leiden sogar 40 bis 70 Prozent der Betroffenen wieder unter der entzündlichen Darmkrankheit. Da es sich jedoch kaum vorhersagen lässt, welche Patienten einen Rückfall bekommen, folgt auf einen Schub nicht automatisch eine Dauertherapie. Das Ziel der Langzeitbehandlung ist eine Ausdehnung der beschwerdefreien Phase und die Verhinderung eines erneuten Schubes. Treten Schübe gehäuft auf oder können Erkrankte das Kortison nicht absetzen, sollte eine Dauertherapie erfolgen. Medikamente, die eine Überreaktion des Immunsystems verhindern, können dann einigen Patienten helfen. Vorwiegend kommen dafür Azathioprin und 6-Mercaptopurin zum Einsatz. Erkrankte müssen diese Medizin über mehrere Jahre einnehmen. Wer die Arzneimittel nicht verträgt, bekommt unter Umständen Methotrexat (MTX) – meist als wöchentliche Spritze – oder oben genannte Antikörper (siehe akuter Schub) verschrieben. Dagegen versuchen Gastroenterologen Kortison nur über wenige Wochen einzusetzen, wenn die Krankheit Beschwerden bereitet. Nehmen Menschen die Mittel über lange Zeit ein, können zahlreiche Nebenwirkungen auftreten, von erhöhtem Blutdruck bis zu Osteoporose. Für die Langzeittherapie eignet sich Kortison daher im Normalfall nicht.

Wichtig: Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Morbus Crohn an sich. Es begünstigt auch einen schwereren Verlauf der Krankheit: Die Entzündung bricht häufiger wieder aus und das Risiko für Osteoporose steigt an. Experten sagen, dass sich die Gefahr eines erneuten Schubs halbieren lässt, wenn Patienten auf das Rauchen verzichten.

-Morbus Crohn an anderen Organen: Bei ungefähr einem Drittel aller Betroffenen tritt Morbus Crohn außerhalb des Magen-Darm-Trakts (extraintestinale Manifestation) auf. Je nachdem, ob sich Gelenke entzünden, die Knochen, die Haut oder die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden, muss der behandelnde Arzt entsprechende Medikamente verschreiben.

Bekommen Patienten den Morbus Crohn trotz Medikamenten auf Dauer nicht in den Griff, muss unter Umständen der betroffene Darmabschnitt chirurgisch entfernt werden. Auch bei krankheitsbedingten Komplikationen ist eine Operation notwendig. Hierzu zählen beispielsweise Fisteln oder Abszesse im Darm, ein stark verengter Darmbereich (Stenose) oder ein drohender Darmverschluss.

Leiden Kinder an dieser Krankheit, bekommen sie prinzipiell die gleichen Arzneimittel wie Erwachsene verschrieben. Problematisch ist jedoch, dass Studien zur Wirksamkeit bis zum jetzigen Zeitpunkt vorrangig bei Erwachsenen durchgeführt wurden. Zudem haben Mittel, die Kortison enthalten, Nebenwirkungen, die gerade für junge Patienten gefährlich sein können. Kortison verlangsamt beispielsweise das Wachstum und hat eine negative Wirkung auf die Stabilität der Knochen. Kinder, die Morbus Crohn haben, wachsen bedingt durch die Krankheit ohnehin oft zeitverzögert. Daher wird bei einem schweren akuten Schub im Normalfall eine Ernährungstherapie durchgeführt. Diese besteht entweder aus Trinknahrung oder aus einer Ernährungssonde, die die Sondenkost direkt in den Dünndarm bringt.4

Hilfreiche Empfehlungen in Bezug auf die Pflege zu Hause

Im Umgang mit Morbus Crohn Patienten gibt es einige hilfreiche Tipps in der Betreuung bzw. 24-Stunden-Pflege. Je nach Pflegebedürftigkeit benötigen Personen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, kompetente Unterstützung bei der Pflege; beispielsweise durch pflegende Angehörige, ambulante Pflegedienste oder eine Betreuungskraft für 24h-Betreuung, bspw. polnische Pflegekräfte.

Weitere Informationen zu Erkrankungen im Rahmen der 24-Stunden-Pflege daheim finden Sie hier:

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Quellen:

  1. http://www.mylife.de/krankheit-behandlung/krankheiten-a-z/morbus-crohn-definition-15831
  2. https://www.morbus-crohn-aktuell.de/morbus-crohn-symptome-diagnose/
  3. https://www.morbus-crohn-aktuell.de/ursachen-von-morbus-crohn/
  4. http://www.apotheken-umschau.de/Darm/Morbus-Crohn-Therapie-110443_5.html
  5. http://www.pflegewiki.de/wiki/Morbus_Crohn