Elektromobil Vergleich und Test

Die Mobilität im Alter ist für Senioren ein zentrales Thema. Mit der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit geht auch ein signifikanter Verlust von Freiheit und Selbstständigkeit verloren. Für kürzere Wege kann hier ein Rollator zwar helfen, aber irgendwann tragen einen auch mit diesem Hilfsmittel die Beine nicht mehr bis ans Ziel. Für diesen Bedarf wurden Elektromobile entwickelt. Sie erinnern optisch an die kleinen Golfmobile, mit denen Golfspieler über das Green fahren. Da diese kleinen Vehikel aber auch für Senioren eine große Bereicherung darstellen können, sollen Sie auf dieser Seite erst porträtiert und später die beliebtesten Modelle miteinander verglichen werden.

Was ist ein Elektromobil?

Der Begriff Elektromobil (auch E-Mobil, E-Scooter oder Seniorenmobil genannt) beschreibt eine Gattung von kleinen, mehrspurigen und elektrisch angetriebenen Leichtfahrzeugen. Meist sind sie offen und können nur den Fahrer selbst transportieren, manche Modelle sind aber auch als Doppelsitzer zu haben. Gedacht sind sie für Menschen mit Gehbehinderung beziehungsweise stark eingeschränkter Mobilität. Sie haben entweder vier oder drei Räder und somit entweder das Erscheinungsbild eines kleinen Quads, oder Trikes. Der arretierbare Drehsitz ermöglicht einen erleichterten Einstieg und damit dem Besitzer, auch ohne fremde Hilfe das Elektromobil zu benutzen. Das seit dem Ende des vergangenen Jahrhunderts immer populärer gewordene Fahrzeug ist so mittlerweile ein fester Bestandteil des deutschen Straßenbildes geworden.


Das Elektromobil gibt Senioren wieder etwas Mobilität und damit Selbstständigkeit zurück

Elektromobil Vergleich: Worauf Sie beim Kauf eines Elektromobils achten sollten

Ein E-Mobil ermöglicht seinen Besitzern auch längere Strecken wieder problemlos zurücklegen zu können; © Jürgen Fälchle / Fotolia

Leistung von Elektromobilen

Die Leistung der Mobile variiert sehr stark. Manche haben eine Motorleistung von bis zu 1.000 Watt und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde, während andere Modelle ihre Geschwindigkeitsgrenze schon bei 6 km/h erreicht haben. Warum das so ist, lesen Sie im nächsten Abschnitt. Die Kapazität der Batterien ermöglicht es, dass Sie mit einer Ladung eine Strecke von 30 bis 60 Kilometern zurücklegen können. Danach muss der Akku wieder aufgeladen werden. Selbst längere Spaziergänge, ausgiebiges Gassi gehen mit dem Hund oder das Besuchen von Verwandten und Freunden ist damit jederzeit wieder ohne Einschränkungen möglich.

Rechtliche Grundlagen für die Nutzung

Die Frage, wie schnell das Elektromobil fahren kann, ist auch eine rechtliche. Die in der Fahrerlaubnis-Verordnung als „motorisierte Krankenfahrstühle“ klassifizierten Vehikel unterliegen nämlich klaren Normen und Gesetzen. So ist der Elektroscooter bei einer zulässigen Gesamtmasse von maximal 500 Kilogramm, einer Breite von höchstens 110 Zentimetern und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h von der Fahrerlaubnispflicht ausgenommen und bis 6 km/h sogar zulassungsfrei. Wenn die maximale Geschwindigkeit von 6 Kilometern in der Stunde überschritten wird, ist der Halter verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. In dem Fall bekommt das Gefährt auch ein Versicherungskennzeichen, dass jährlich erneuert werden muss. Überschreitet das Elektromobil sie jedoch nicht, ist dieser Aufwand nicht nötig und der E-Scooter kann prinzipiell von jedem der ihn bedienen kann auf dem Bürgersteig gefahren werden. Die maximal erreichbare Geschwindigkeit ist dabei faktisch der einzig ausschlaggebende Faktor, da praktisch alle E-Mobile weit unter dem Höchstgewicht und der maximal zulässigen Breite liegen.

Was kostet ein Elektromobil?

Die Kosten für einen Elektroscooter sind nicht gerade niedrig. Ja nach Modell, Ausführung und Sonderwünschen bezüglich ihrer Ausstattung, können problemlos Kosten von bis zu 5.500,- Euro entstehen. Wenn Sie nicht so viel für das neue Gefährt ausgeben wollen, gibt sie aber auch schon in niedrigeren Preisklassen. Einen Preis von rund 1.500,- müssen Sie aber in jedem Fall einkalkulieren, wenn Sie sich so ein Fahrzeug anschaffen wollen. Dabei ist es oftmals nicht die Leistung, die über die Höhe des Preises entscheidet: Verschiedene Extras, Komfort und vor allem das Design sind die zentralen Einflussfaktoren für die Größe des Preisschildes. So gibt es beispielsweise Modelle, deren Front der eines Motorrades nachempfunden ist und somit ganz besonders Biker ansprechen soll. Diese müssen sich dann den extravaganten Look aber eben entsprechend auch etwas kosten lassen. 

Kostenübernahme durch Krankenkasse

Elektromobile sind grundsätzlich verordnungsfähige Hilfsmittel. Das bedeutet, dass die Kosten je nach Schwere der körperlichen Einschränkungen von der Krankenkasse übernommen werden können. Grundlage dafür ist natürlich die Verordnung Ihres Arztes. Diese wird dann von der jeweiligen Kasse überprüft und daraufhin entweder genehmigt oder abgelehnt. Falls es für nötig empfunden wird, kommt ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse zu Ihnen oder Ihrem Angehörigen, um die Notwendigkeit eines Elektroscooters selbst zu überprüfen.

Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, sind dabei klar definiert. Es muss eine stark eingeschränkte Gehfähigkeit vorliegen, die die Fortbewegung inner- und außerhalb der eigenen Wohnung stark erschwert, wobei ein einfacher Rollator nicht als Gehhilfe ausreichend ist. Des Weiteren muss das Bedienen eines handgetriebenen, herkömmlichen Rollstuhls ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen unmöglich sein. Auf der anderen Seite muss eine Restgehfähigkeit sowie die körperliche und geistige Kapazität, ein solches Mobil zu benutzen, natürlich noch vorhanden sein. Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, haben Sie gute Chancen, den Elektroscooter von Ihrer Krankenkasse finanziert zu bekommen

Was tun bei abgelehntem Antrag?

Grundsätzlich entscheidet die Krankenkasse selbst darüber, ob der Bedarf und damit der Antrag auf Kostenübernahme gerechtfertigt ist. Falls sie in Ihrem Fall trotz Verordnung Ihres Arztes die Erstattung ablehnt, können Sie einen Widerspruch einlegen. Gegebenenfalls können Sie daraufhin die Meinung mehrerer Mediziner (wie zum Beispiel Fachärzte und Therapeuten) einholen und sich so den Bedarf von einer Vielzahl Sachkundiger bestätigen lassen. Auch wenn in der Verordnung das Modell Ihrer Wahl vermerkt ist, ist die Kasse aber nicht verpflichtet, Ihnen auch genau dieses Gerät zur Verfügung zu stellen. Manche Elektromobile sind auch gar nicht auf Verordnung erhältlich, sodass Sie ein anderes oder sogar ein gewartetes Gebrauchtfahrzeug statt dem von Ihnen gewünschten zugestanden bekommen, wogegen Sie dann auch nicht weiter vorgehen können. 

Je mehr Fachleute Ihnen den Bedarf bescheinigen, desto besser sind die Chancen, dass Ihre Kasse die Kosten übernimmt

Auch wenn der erste Antrag abgelehnt wurde, sollten Sie hartnäckig bleiben

Ihr Arzt kann Ihnen ein Elektromobil verordnen, aber die Kasse prüft den Bedarf selbst eingehend; © Kurt F. Domnik / pixelio.de

Kaufberatung für E-Scooter

Wenn ihre Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen will, können Sie sich natürlich trotzdem ein Elektromobil kaufen. Dabei gilt es auf die verschiedenen Vorteile und Nachteile sowie die technischen Besonderheiten der Geräte zu achten. Außerdem sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie von dem Fahrzeug erwarten. Ganz generell gibt es ein paar Kennzahlen, die sehr aussagekräftig sind und die Sie im Blick haben sollten, wenn Sie sich für ein neues Elektromobil entscheiden.

Welche Aspekte Ihnen dabei wichtig sind, müssen Sie letztendlich selbst entscheiden. Für manche mag eine Geschwindigkeit von 25 km/h wichtig sein, während andere sich gerne mit maximal sechs km/h zufriedengeben und von den vereinfachten Anmeldeformalitäten eines langsameren Gefährtes Gebrauch machen wollen. Ähnliches gilt auch für die anderen Attribute, wobei ein möglichst kleiner Wendekreis oder eine hohe Reichweite pro Akkuladung wahrscheinlich für jeden Besitzer wünschenswert sind. 

Elektromobile im Vergleich

Im Folgenden sollen Elektromobile der Marken Invacare, Bechle, Ztech und Electro-Fun in Bezug auf die für sie wichtigsten Aspekte miteinander verglichen werden. Als Grundlage dienen dabei die vom jeweiligen Hersteller gemachten Angaben zum Modell. Verglichen werden fünf der beliebtesten Artikel bei dem Verkaufsportal Amazon. Nur die Produkte, die zum Zeitpunkt der Betrachtung eine Wertung von mindestens vier Sternen innehatten, wurden für den Vergleich in Betracht gezogen. 

Da wir die Produkte nicht selbst getestet haben, werden ausschließlich die technischen Daten und offiziellen Angaben der Hersteller zum Produkt sowie die Preise miteinander verglichen. So können Sie anhand der Auflistung einen Überblick der derzeit beliebtesten Produkte am Markt bekommen. 

Name Invacare Leo Bechle byte listo Invacare Orion ZT15-V2 ECO Engel 501
 
Hersteller Invacare Bechle Invacare Ztech Electro-Fun
Länge 122 Zentimeter 107 Zentimeter 129 Zentimeter 165 Zentimeter 165 Zentimeter
Breite 59 Zentimeter 58 Zentimeter 62,5 Zentimeter 69 Zentimeter 69 Zentimeter
Sitzhöhe 46 – 56 Zentimeter 42,5 bis 47,5 Zentimeter 42 – 49,5 Zentimeter keine Angabe Verstellbar
Gewicht 83 Kilogramm 58 Kilogramm 110 Kilogramm 120 Kilogramm 100 Kilogramm
Höchstgeschwindigkeit 6 km/h 6 km/h 6 km/h 25 km/h 25 km/h
Reichweite Bis 38 Kilometer Bis 21 Kilometer Bis 42 Kilometer Bis 60 Kilometer Bis 60 Kilometer
Akkuleistung 2 X 40 Ah 2 X 12 V / 10 Ah 50 Ah 4 X 12V / 20 Ah 60V / 20Ah
Wenderadius 262 Zentimeter keine Angabe 147 Zentimeter keine Angabe keine Angabe
Max. Zuladung 136 Kilogramm 133 Kilogramm 136 Kilogramm 160 Kilogramm 90 Kilogramm
Beleuchtung Ja Ja Ja Ja Ja
Zerlegbar Ja Ja Ja keine Angabe Ja
Preis Ab 1.480 Euro Ab 1.609,71 Euro Ab 2.990 Euro Ab 1.750 Euro Ab 1.799 Euro
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