Pflegegeld, Sachleistungen & Co. - die Leistungen der Pflegekassen

Die Leistungen aus der Pflegekasse decken die Grundversorgung ab. Die gesamten Kosten werden hierdurch aber nicht getragen. Es gilt der Grundsatz „ambulant vor stationär“. Durch die Pflegeversicherung soll also gerade die häusliche Pflege, z. B. eine 24h-Pflege, finanziell entlastet werden.

Ein pflegebedürftiger Mensch hat verschiedene Möglichkeiten der Leistungsbeanspruchung aus der Pflegeversicherung. Er kann grundsätzlich frei darüber entscheiden, welche Leistung er in Anspruch nimmt. Es stehen ihm sowohl Pflegesachleistungen als auch das Pflegegeld zu. Eine Kombination dieser Leistungen ist ebenfalls möglich.

Im Folgenden können Sie sich im Detail über mögliche Leistungen informieren:

Pflegegeld für selbst beschaffene Pflegeleistungen, Pflegesachleistung, Verhinderungspflege, teilstationäre Pflege, Verhinderungspflege, vollstationäre Pflege und zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Das Pflegegeld für selbst beschaffene Pflegeleistungen nach § 37 SGB XI

Die Höhe des Pflegegeldes für selbst beschaffene Pflegeleistungen bemisst sich an der individuellen Pflegestufe. Dieses Geld wird dem Betroffenen von der Pflegekasse überwiesen, so dass dieser das Geld an die ihn betreuende Person (z. B. Angehörige und ehrenamtliche Helfer) als Anerkennung für die Hilfe weitergeben kann.

Derzeit bemisst sich das Pflegegeld wie folgt:

Die Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI

Pflegesachleistungen sind Maßnahmen der Grundpflege, der hauswirtschaftlichen Versorgung sowie der Betreuung im häuslichen Umfeld. Um hierbei Unterstützung zu erhalten, kann ein pflegebedürftiger Mensch einen ambulanten Pflegedienst beauftragen. Dieser muss von der Pflegekasse zugelassen sein.

Es ist abhängig von der jeweiligen Pflegestufe, welche Leistungen durch die Pflegekasse finanziert werden.

Die Übernahme der medizinischen Behandlungspflege (SGB V), wie z.B. Insulininjektion oder das Anlegen von Verbänden, fällt hier nicht mit rein. Diese wird nach vorheriger ärztlicher Verordnung bspw. durch einen ambulanten Pflegedienst durchgeführt. Dieser rechnet die erbrachten Leistungen direkt mit der Krankenkasse ab.

Die Leistungen der Pflegekassen für Pflegesachleistungen betragen für:

Die Kombination aus Geld- und Sachleistung nach § 38 SGB XI

Beansprucht eine pflegebedürftige Person die ihr zustehende Sachleistung nicht vollständig, so wird das Pflegegeld nach § 38 SGB XI anteilig ausgezahlt.

Die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Ein Anspruch auf Verhinderungspflege besteht, wenn die Pflegeperson die Pflege vorübergehend nicht ausführen kann, z.B. bei Urlaub oder Krankheit.

Die Kosten für die Ersatzpflege werden für bis zu sechs Wochen von der Pflegekasse übernommen. Es wird jedoch vorausgesetzt, dass die Pflegeperson vor der Verhinderung den Pflegebedürftigen mindestens sechs Monate gepflegt hat. Ebenso darf die Ersatzkraft nicht mit dem Pflegebedürftigen verwandt sein oder mit ihm in einer häuslichen Gemeinschaft leben.

Die Kosten können sich hierbei auf bis zu 1.612€ jährlich belaufen (Pflegestufe 0 mit Demenz-III).

Die teilstationäre Pflege (Tages-/Nachtpflege) nach § 41 SGB XI

Pflegebedürftige Personen haben einen Anspruch auf eine teilstationäre Versorgung, wenn die häusliche Versorgung nicht in ausreichendem Maße sichergestellt werden kann.

Bei Gewährung der teilstationären Pflege werden Kosten der pflegerischen und betreuenden Maßnahmen sowie die Durchführung der medizinischen Behandlungspflege übernommen. Ebenso beinhaltet die teilstationäre Pflege den Transport des Pflegebedürftigen zu der Einrichtung und wieder zurück.

Die Auszahlungsbeträge liegen der Zeit bei:

Die Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI

Die Kurzzeitpflege wird einmal jährlich für vier Wochen gewährt. Ist die Pflege in der häuslichen Umgebung nicht gewährleistet (z.B. bei Urlaub oder Krankheit) kann die pflegebedürftige Person für diesen Zeitraum in einer vollstationären Pflegeeinrichtung untergebracht werden. Die Kurzzeitpflege kann jährlich auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden, diese Ausweitung wird auf die Verhinderungspflege angerechnet.

Derzeit werden Kosten in Höhe von bis zu 1.612€ jährlich für die Beanspruchung der Kurzzeitpflege (bis zu 4 Wochen) übernommen. Dieser Betrag gilt für alle Pflegebedürftigen von Pflegestufe 0 mit Demenz bis Pflegestufe III.

Die vollstationäre Pflege nach §43 SGB XI

Sollte die ambulante Pflege nicht ausreichend gewährleistet sein, so kann der Pflegebedürftige in einer vollstationären Einrichtung untergebracht werden.

Die Pflegekasse übernimmt nur anteilig die Kosten für die pflegerischen und betreuenden Maßnahmen sowie für die Behandlungspflege. Das Entgelt für die Unterkunft und Verpflegung sind selbst zu tragen.

Für die vollstationäre Pflege gelten folgende Beträge:

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Personen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz (hierzu zählen psychisch kranke, behinderte oder an Demenz erkrankte Menschen) können zusätzliche Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Je nach Betreuungsbedarf erhält der Pflegebedürftige den Grundbetrag bzw. den erhöhten Betrag.

Der Grundbetrag in Pflegestufe 0-III liegt derzeit bei 104€ monatlich; der erhöhte Betrag bei 208€ monatlich.

Seit dem 01.01.2015 können auch Pflegebedürftige ohne eine eingeschränkte Alltagskompetenz Betreuungsleitungen in Anspruch nehmen. Der Betrag liegt hier ebenfalls bei 104€ monatlich.

Diese Leistung soll für eine - zusätzlich zur pflegerischen Leistung - Betreuung eingesetzt werden, wie z.B. Tages- und Nachtpflege, betreuende Leistungen durch ambulante Pflegedienste, aber auch die Betreuung durch Einzelpersonen im eigenen Haushalt, sodass eine Entlastung der Angehörigen erfolgt.

Nutzt ein Pflegebedürftiger ambulante Pflegesachleistungen nicht vollständig, so kann der nicht genutzte Betrag für Betreuungs- und Entlastungsangebote genutzt werden.

Pflegegeld zur Finanzierung einer 24h-Betreuung

Das Pflegegeld kann genutzt werden, um die 24h-Betreuung zu finanzieren bzw. mitzufinanzieren (siehe Kosten 24h-Pflege). Das Pflegegeld kann also quasi direkt verwendet werden. Selbstverständlich geht das auch für die Finanzierung eines ambulanten Pflegedienstes.

Quellen