Zwangsstörungen – Ursachen, Therapie, Tipps und Hilfen

Definition

Zwangserkrankungen oder Zwangsstörungen (englisch: obsessive-compulsive disorder bzw. OCD) gehören zur Gruppe der psychischen Störungen. Die erkrankten Personen haben einen inneren Drang oder Zwang, spezielle Dinge zu tun oder zu denken. Die Betroffenen erleben den Drang selbst als sinnlos und übertrieben, können sich aber in den meisten Fällen nicht dagegen wehren, wenn sie es auch sehr stark versuchen. Die Zwangsstörung belastet und beeinträchtigt den Alltag des Betroffenen enorm. Früher war die Zwangsstörung unter den Begriffen Zwangsneurose und anankastische Neurose geläufig. Die Zwangsstörung ist von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung sowie von Zwangssymptomen im Rahmen anderer psychischer oder neurologischer Erkrankungen zu unterscheiden.

Formen und Symptome

Jegliche Merkmale der Zwangsstörungen drängen sich innerlich auf, lassen sich nicht verleugnen und werden von den Erkrankten als absolut sinnlos empfunden. Die innere Angst wird beinahe unerträglich bei dem Versuch, sich dem Zwang zu widersetzen. Die Zwangsgedanken und Zwangshandlungen kommen in den meisten Fällen monoton immer auf die gleiche Weise zum Vorschein. Es gibt unterschiedliche Formen von Zwängen:

Die Zwangserkrankungen tauchen das erste Mal häufig bereits in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter auf. Die Erkrankten sind durch diese Zwangssymptome stark eingeschränkt, sodass es im Verlauf häufig zu Depressionen kommen kann, welche final gar im Selbstmord enden können. Zwangserkrankte leben häufig in völliger Isolierung vom sozialen Umfeld und verwahrlosen im Extremfall.

Ursachen

Bei Zwangsstörungen konnten bis heute noch keine eindeutigen Ursachen festgelegt werden. Es besteht die Annahme, dass psychologische, biologische und äußere Faktoren bei der Entwicklung von Zwangsstörungen zusammenwirken. Beispielsweise gehen verhaltens- und lernpsychologische Erklärungsansätze davon aus, dass die Erkrankten in der Kindheit falsche Lernerfahrungen gemacht haben, die zu irrationalen inneren Überzeugungen geführt haben. Durch diese kann es zur Entstehung oder Aufrechterhaltung von Zwangsstörungen kommen. Laut anderen Theorien wird angenommen, dass häufig gesunde Menschen unter denselben aufdringlichen Gedanken leiden wie Zwangsneurotiker, sich aber nicht so stark davon bedroht fühlen und sich nicht dafür verantwortlich fühlen, die Bedrohung von sich oder anderen abzuwenden. Weiterhin gibt es einige Abänderungen des sogenannten psychodynamischen Modells, die darauf basieren, dass die Erkrankten mit den Zwangshandlungen vor allem ihre inneren Konflikte und Ängste ausgleichen.

Zu den größten Ängsten der Zwangsstörung zählt der Kontrollverlust. Vor diesem Hintergrund sind Stresssituationen oder das Gefühl eines Kontrollverlusts über einen Lebensbereich die Ursache für eine Zwangsstörung; beispielsweise der Verlust eines Angehörigen oder ein Arbeitswechsel. In vielen Fällen gehen die Zwangsgedanken und -handlungen aber ohne ersichtlichen, äußeren Auslöser einher. Unterschiedliche Forschungen weisen darauf hin, dass der Erbfaktor ein erheblicher Grund für Zwangsstörungen sein könnte. Bei Angehörigen von Erkrankten besteht ein deutlich höheres Risiko als bei der restlichen Bevölkerung. Außerdem wurde nachgewiesen, dass unter neurobiologischen Gesichtspunkten das Gehirn von Menschen mit Zwangsstörungen teilweise anders funktioniert als das von Gesunden; vor allem in den sogenannten Basalganglien. Es wurde zwar noch nicht detailliert erforscht, aber die Funktion der Botenstoffe Dopamin und Serotonin spielt im Gehirn der Zwangsneurotiker eine bedeutende Rolle.

Therapie

Bei der Behandlung von Zwangsstörungen muss individuell und nach Art und Schwere der Störung geschaut werden. Es wird unterschieden zwischen psychotherapeutischen (verhaltenstherapeutischen) Behandlungen und einer medikamentösen Therapie. Häufig werden diese beiden Formen miteinander kombiniert. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wirksam, die Familie stark in die Therapie mit einzubinden.

Pflegerische Maßnahmen bei Zwangsstörungen in der 24-Stunden-Pflege und Betreuung

Wenn es zum Einsatz von Pflegekräften aus Osteuropa kommt, kann die bspw. polnische Pflegekraft einen großen Teil dazu beitragen, dass die Erkrankung der pflegebedürftigen Person verbessert wird. Es gibt einige Maßnahmen, welche die 24h-Pflegekraft (alternativ auch eine stundenweise Seniorenbetreuung) selbst ergreifen kann. Lesen Sie hier nun einige Tipps und Maßnahmen, auf die bei Zwangsstörungen zu achten ist:

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Zwangsstörungen? 

Weitere Informationen zu Erkrankungen und deren Behandlung im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege daheim finden Sie hier: