Kostenübernahme und Finanzierung der 24-Stunden-Pflege

Die Seniorenbetreuung ist eine äußerst wichtige Aufgabe in unserer immer älter werdenden Gesellschaft. Trotzdem können sich viele Menschen einen Aufenthalt in einem Seniorenheim nicht leisten, da die Kosten hierfür meist weit über dem durchschnittlichen Monatsgehalt eines deutschen Arbeiters liegen. 

Viele Familien engagieren deshalb für ihre pflegebedürftigen Liebsten eine Pflegekraft aus Osteuropa, die im Rahmen der 24h-Pflege mittel- bis langfristig mit in der Wohnung des Angehörigen wohnt. So kann sie bei Bedarf zu jeder Tageszeit einfache Pflegeleistungen erbringen, im Haushalt helfen und Gesellschaft leisten und betreut Ihren Verwandten damit umfassender, als es in einem Seniorenheim überhaupt möglich wäre. Durch staatliche Zuschüsse ist diese Dienstleistung dabei in den allermeisten Fällen sogar noch deutlich günstiger. Mit welchen Kosten Sie dennoch zu rechnen hätten und wie Sie die Unterstützung geltend machen können, lesen Sie auf dieser Seite.

Was beinhaltet die 24h-Betreuung?

Die 24h-Pflegekräfte, die meistens übrigens aus Polen kommen, unterstützen Ihren Angehörigen auf drei verschiedenen Ebenen. Dazu gehört selbstverständlich die Grundpflege. Sie helfen beim An- und Ausziehen, der Körperhygiene, der Nahrungsaufnahme oder können die Senioren auch umlagern, wenn sie bettlägerig sind. Ein weiterer zentraler Aspekt ihrer Arbeit ist der Haushalt. Sie erledigen den Einkauf und Kochen für Ihren Angehörigen, räumen auf, putzen, waschen die Wäsche und Versorgen bei Bedarf auch das Haustier. Zuletzt helfen sie aber auch bei der Mobilisierung. Besonders im hohen Alter kann das Aufstehen, Gehen oder sogar Treppensteigen zu einer echten Herausforderung werden. Die 24-Stunden-Pflegekraft ermöglicht durch ihre Hilfestellung sogar wieder kleine Spaziergänge und gibt so echte Lebensqualität zurück, die ohne sie in der Form nicht mehr denkbar wäre. Wenn zusätzliche Qualifikationen nötig sind, zum Beispiel für die Pflege im Fall einer Demenz, gibt es auch speziell dafür ausgebildete Betreuungskräfte. Solche besonderen Voraussetzungen haben aber auch einen Einfluss auf den Preis der Dienstleistung.

Über die zentralen Aufgaben in der 24h-Pflege hinaus werden die Haushaltshilfen aus Osteuropa oftmals auch zu echten Bezugspersonen. Dadurch, dass sie gemeinsam den Alltag bestreiten, baut sich ein starkes zwischenmenschliches Verhältnis zwischen den Pflegebedürftigen und ihren Betreuern auf. Auch die Freizeitbeschäftigung bekommt neue Möglichkeiten, wenn eine Runde Karten spielen wieder jederzeit möglich ist. 

Die Haushaltshilfe nimmt Ihrem Angehörigen die Arbeit ab

Die 24-Stunden-Betreuerin übernimmt auch die Hausarbeit

Zu den Kernaufgaben gehören die Grundpflege, der Haushalt und die Mobilisierung; © Rainer Sturm / pixelio.de

Welche Beschäftigungsformen gibt es?

Auch die Art der Beschäftigung hat einen Effekt auf die Kosten der 24-Stunden-Pflege. Generell gibt es drei Beschäftigungsformen, die eine legale 24h-Betreuung ermöglichen. Die am wenigsten verbreitete ist die direkte Anstellung im eigenen Haushalt, die hauptsächlich von den Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie vermittelt und angeboten wird. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, fungieren Sie als Arbeitgeber der Betreuungskraft – mit allen Rechten und Pflichten die mit dieser Rolle zusammenhängen. So haben Sie zwar die volle Weisungsbefugnis und können vertraglich festlegen, welche Arbeiten teil der Vereinbarung sind. Auf der anderen Seite tragen Sie aber auch die Verantwortung dafür, dass alle rechtlichen Grundlagen eingehalten werden. Sie müssen als Arbeitgeber beispielsweise die Sozialversicherungsbeiträge abführen und sich selbst um alle organisatorischen Belange kümmern. So kommen deutlich höhere Kosten zustande, als bei den anderen Beschäftigungsarten.

Durch die EU-Osterweiterung ist auch die Anstellung einer selbstständigen Pflegekraft möglich geworden. Diese Betreuungsdienstleister sind dabei in ihrem Herkunftsland gemeldet und können innerhalb der Europäischen Union ihrem Beruf nachgehen. Trotzdem wird diese Form der 24-Stunden-Pflege ebenfalls nicht oft von den Kunden genutzt. Das liegt vor allem an einer juristischen Grauzone, die zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden kann. Eine selbstständige Tätigkeit setzt voraus, dass es nicht nur einen einzigen Auftraggeber gibt. Da dies aber bei der 24-Stunden-Betreuung unausweichlich der Fall ist, besteht automatisch der Verdacht einer Scheinselbstständigkeit. Wird dieser Verdacht bestätigt, können auf Auftragnehmer und -geber empfindliche Geldstrafen zukommen.

Die beliebteste und am weitesten verbreitete Beschäftigungsform ist die Entsendung. Hier sind die Betreuungskräfte bei einem Dienstleister in ihrem Heimatland angestellt und werden von dort aus ins EU-Ausland geschickt, um hier für einen festgelegten Zeitraum von maximal 12 Monaten zu arbeiten. Der Nachweis der Anstellung geschieht durch das A1-Formular. Es wird meist vom Renten- und Sozialversicherungsträger des Herkunftslandes ausgestellt und bestätigt, dass die 24-Stunden-Betreuungskraft im Ausland als Angestellte des Entsendeunternehmens sozialversichert ist und somit den Rechtsvorschriften seines oder ihres EU-Staates unterliegt. So kann der Auftraggeber eine 24h-Betreuerin anstellen ohne Rechtssorgen zu haben oder sich selbst mit organisatorischen Details beschäftigen zu müssen. Zudem ist die Entsendung tendenziell auch die günstigste der drei Varianten.

Kosten der 24-Stunden-Betreuung

Generell müssen Sie die Kosten für die 24h-Pflege selbst übernehmen, da es eine private Dienstleistung ist. Der letztendliche Preis ist, neben der Beschäftigungsform, stark von drei Einflussfaktoren abhängig: Wie gut sind die Deutschkenntnisse, wie hoch ist der tatsächlich zu leistende Pflegeaufwand und werden besondere Zusatzqualifikationen benötigt?

Durch die Sozialversicherungskosten ist die direkte Anstellung in Ihrem Haushalt mindestens 500 Euro teurer ist, als das Engagement von entsendeten oder selbstständig tätigen Kräften. Ansonsten liegen die durchschnittlichen Lohnkosten der meisten 24-Stunden-Pflegekräfte zwischen 1.700 und 2.600 Euro pro Monat. Das ist ohne Zweifel viel Geld, aber in vielen Fällen sind die Kosten für ein Altenheim oder Pflegeheim immer noch deutlich höher. Außerdem können Sie diverse Sonderleistungen, staatliche Zuschüsse und Steuererleichterungen geltend machen, sodass die 24h-Pflege eine sehr lukrative Möglichkeit ist, Ihren Angehörigen in der eigenen Wohnung versorgen zu lassen.

Kostenübernahme und Finanzierung der 24h-Pflege 

Da der deutsche Staat die privat organisierte Pflege in der eigenen Wohnung zunehmend unterstützen will, haben Sie die Chance, viele der Kosten durch Zuschüsse zu refinanzieren. Im Folgenden sollen erst Ihre Möglichkeiten zur Finanzierung dieser Dienstleistung aufgezeigt werden. Danach wird eine kleine Aufstellung verdeutlichen, wie viel Geld Sie sparen können und wie hoch die tatsächlichen Kosten am Ende sind.

Pflegegeld

Diese Leistung der Pflegeversicherung steht allen Pflegebedürftigen zu. Die Höhe der Unterstützung hängt vom Pflegebedarf ab, der im Rahmen des „Neuen Begutachtungsassessment“ (kurz NBA) festgestellt wird. Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung kommt dann zu Ihrem Angehörigen in die Wohnung und ermittelt, in welchem Maß er oder sie noch alltagstauglich ist. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis wird der oder die Pflegebedürftige dann in einen Pflegegrad eingestuft. Die Höhe des Pflegegrades bestimmt dann auch, wie viel Pflegegeld Sie bekommen. Zwar wird erst ab Pflegegrad 2 auch wirklich Pflegegeld bezahlt, der monatliche Entlastungsbeitrag in Höhe von 125 Euro steht Ihnen aber so oder so zu. Vom zweiten bis fünften Grad werden dann Beträge zwischen 316,- Euro und 901,- Euro monatlich gezahlt, die auch für die 24-Stunden-Pflege genutzt werden können. 

Verhinderungspflegegeld und Kurzzeitpflege

Das Verhinderungspflegegeld ist dafür da, um eine Ersatzpflegekraft zu engagieren, wenn Sie für einen gewissen Zeitraum die Pflege Ihres Angehörigen nicht selbst leisten können. Dies kann in Form der stundenweisen Seniorenbetreuung geschehen, wenn Sie kurzzeitig terminlich verhindert sind. Es ist aber auch möglich, während des eigenen Urlaubs oder im Fall einer Krankheit für mehrere Wochen die Verhinderungspflege zu nutzen. So bekommen Sie das Verhinderungspflegegeld für einen Zeitraum von maximal 56 Tagen pro Jahr in Höhe von bis zu 1.612 € von der Pflegekasse ausgezahlt. Zusätzlich dazu bekommen Sie nochmal bis zu 50 Prozent dieses Leistungsbetrages für die Kurzzeitpflege. Zusammen entspricht das einem maximalen Verhinderungspflegegeld von 2.418 € pro Jahr, also 202,-Euro im Monat. Während der Verhinderungspflege werden allerdings nur 50% des üblichen Pflegegeldes weitergezahlt. 

Steuererleichterungen

Sie haben die Möglichkeit, die Aufwendungen für die häusliche Betreuung und Pflege als haushaltsnahe Dienstleistung oder außergewöhnliche Belastung steuerlich abzusetzen. Diese Kosten werden dann bis zu einer Höhe von 4.000 Euro jährlich mit der Einkommenssteuer verrechnet. Auf diesem Weg sind also ebenfalls Ersparnisse von bis zu 333,- Euro monatlich möglich. Ob und in welchem Maß dies für Sie möglich ist, besprechen Sie am Besten mit einem Steuerberater. 

So lassen sich die Kosten der 24-Stunden-Pflege nachhaltig reduzieren

Teile der Kosten für die 24-Stunden-Betreuung können Sie steuerlich absetzen

Bis zu 4.000 Euro jährlich können mit der Einkommenssteuer verrechnet werden; © Thorben Wengert / pixelio.de

Fallbeispiel tatsächliche Kosten bei Entsendung

Da die Entsendung das am weitesten verbreitete Beschäftigungsmodell ist, soll es für diese beispielhafte Berechnung der Kosten als Grundlage dienen. Die Lohnkosten für die 24-Stunden-Betreuungskraft betragen hier 2.000 Euro monatlich und als Servicegebühr für die Vermittlungsagentur werden 100,- Euro festgelegt. Natürlich können diese Werte variieren, sie spiegeln aber durchaus den branchenüblichen Durchschnitt wider. Des Weiteren ist der pflegebedürftige Angehörige im Pflegegrad 3 eingestuft, leidet per Definition also unter einer „schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“. Ebenfalls wird davon ausgegangen, dass Sie alle weiteren Zuwendungen wie das Verhinderungspflegegeld oder die Steuerersparnisse voll geltend machen können. 

Kosten
Lohnkosten für 24h-Pflegekraft 2.000,00 €
Servicegebühr der Vermittlungsagentur (Durchschnittswert) 100,00 €
Pflegegeld (Pflegegrad 3) - 545,00 €
Verhinderungspflegegeld (1.612€ jährlich = rd. 134€ monatlich) -134,00 €
abzgl. Anspruch aus Kurzzeitpflege -67,00 €
Steuerersparnis (bis zu 4.000 €/Jahr = 333€ monatlich) -333,00 €
Tatsächliche Kosten 1.021,00 €

So lassen sich die effektiven Kosten, die Sie selbst für die Dienstleistung aufbringen müssen, etwa halbieren. In welcher Höhe die steuerlichen Vorteile geltend gemacht werden können, hängt vom Einzelfall ab und muss mit einem professionellen Steuerberater geklärt werden.

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