Kosten stundenweise Seniorenbetreuung

Mit höherem Alter steigt oft der Pflege- und Betreuungsbedarf. Trotzdem ist in vielen Fällen eine umfassende Versorgung rund um die Uhr, beispielsweise in einem Pflegeheim oder durch eine 24h-Pflegekraft, gar nicht nötig. Manchmal brauchen die Senioren nur bei ganz bestimmten Tätigkeiten im Haushalt Hilfe, ohne in der eigenen Alltagskompetenz in hohem Maß eingeschränkt zu sein.

Hier stellt die stundenweise Betreuung von Senioren eine gute Möglichkeit dar, Ihrem Angehörigen diese Unterstützung zukommen zu lassen. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen diese Form der Altenpflege näherbringen und aufzeigen, mit welchen Kosten hier zu rechnen ist.


Was ist stundenweise Seniorenbetreuung?

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflegeangeboten, beschränkt sich der Umfang der stundenweisen Seniorenbetreuung auf wenige Stunden pro Tag oder in der Woche. Sie richtet sich an alte Menschen, die ihren Alltag in weiten Teilen noch problemlos selbst bestreiten können. Die Betreuerinnen und Betreuer, die im Rahmen dieses Angebots in die Wohnung des Senioren kommen, kümmern sich beispielsweise um Aufgaben im Haushalt oder erledigen den Einkauf. Manchmal fungieren sie aber auch einfach als Bezugsperson und Ansprechpartner. Wenn alle nahen Verwandten weit weg wohnen und nur noch selten zu Besuch kommen, kann die regelmäßige Anwesenheit einer Betreuungskraft diese Lücke zumindest zeitweise füllen. Gemeinsame Spaziergänge, Unterhaltungen oder die ein oder andere Runde des Lieblingskarten- oder Brettspiels können eine willkommene Abwechslung zum Alltag sein. 

Alltagshelfer unterstützen pflegende Verwandte und bereichern das Leben der Senioren

Die Seniorenassistenten unterstützen bei vielen alltäglichen Aufgaben

Das gemeinsame Spazieren gehen, Einkaufen oder die Begleitung zu Terminen können von den Alltagsbegleitern übernommen werden; © Peter Maszlen / Fotolia

Welche Aufgaben übernehmen die Betreuer?

Grundsätzlich lassen sich die Aufgabenbereiche in der stundenweisen Seniorenbetreuung in drei Hauptbereiche einteilen. Zum einen fungieren die Betreuungskräfte als Haushaltshilfen. Sie übernehmen beispielsweise das Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln, Einkaufen oder andere Erledigungen, die das angehörige Familienmitglied nicht mehr alleine schafft. Ein weiterer Aspekt ist die Pflege und Mobilisierung. Nicht nur die Arztbesuche werden durch die Unterstützung der Betreuerinnen und Betreuer erleichtert, auch bei der Grundpflege und Körperhygiene können sie den Senioren helfen. Der letzte wichtige Punkt ist die zwischenmenschliche Beziehung. Durch die regelmäßigen Besuche entsteht zwischen den Senioren und den Betreuern ein enges und persönliches Verhältnis. Gerade wenn die nahen Verwandten bereits verstorben sind oder nicht im direkten Umfeld wohnen, kann diese neue Kontaktperson eine Bereicherung darstellen.

Wer bietet die stundenweise Betreuung an?

Diese Dienstleistung wird von selbstständigen Betreuern, aber auch von den ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten angeboten. Seit dem Jahr 2008 hat sich in der Pflege eine Spezialisierung in diesem Bereich entwickelt. Es gibt zwar viele verschiedene Bezeichnungen, aber sie meinen alle das Selbe: Alltagsbegleiter, Alltagshelfer, Betreuungsassistenten, Seniorenbetreuer oder Seniorenassistenten sind für genau diese Arbeiten ausgebildet. Möglich macht das eine Zusatzqualifikation, die sie gemäß des § 87b Sozialgesetzbuch (SGB) XI absolviert haben. Diese Fortbildung umfasst einen theoretischen sowie einen praktischen Teil, der im Rahmen eines mehrwöchigen Praktikums in einer Einrichtung für Senioren durchgeführt wird. Dort lernen die angehenden Alltagsbegleiter alles wichtige über die Hygiene, Gesundheit und Pflege, die typischen Erkrankungen im Alter, die Pflegedokumentation, die altersgerechte Ernährung und Hauswirtschaft und wie sie Senioren am besten betreuen und beschäftigen können. Diese Ausbildung bereitet sie perfekt auf die stundenweise Seniorenbetreuung im Haushalt Ihres Angehörigen vor.

Was kostet die stundenweise Seniorenbetreuung?

Leider lässt sich nicht verbindlich sagen, wie teuer das Engagement eines Alltagshelfers ist. Zum einen variieren die Kosten von Anbieter zu Anbieter, zum anderen kommen in manchen Fällen auch die Anfahrtskosten noch hinzu.

Generell lässt sich festhalten: Seit Januar 2017 gelten in der Pflegebranche gesetzliche Mindestlöhne von 10,20 Euro in den alten sowie 9,50 Euro in den neuen Bundesländern. Der Pauschalpreis, den die meisten Anbieter aber aufrufen, liegt zwischen 15 und 30 Euro pro Stunde. Da die Kosten so stark variieren, empfiehlt es sich, möglichst viele regionale Anbieter zu kontaktieren und die Preise zu vergleichen. Natürlich ist nicht allein der finanzielle Aspekt ausschlaggebend, aber wenn Sie ein festes Budget haben, lassen sich die Dienste eines günstigeren Anbieters natürlich in stärkerem Maß nutzen, als die eines teuren Dienstleisters.

Wird die Betreuung staatlich gefördert?

Für die stundenweise Betreuung können sowohl das Pflegegeld, als auch der Zuschuss für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (wie zum Beispiel die Verhinderungspflege) genutzt werden. Letzteres wird schon ab dem ersten Pflegegrad bezahlt und entspricht einem monatlichen Betrag von 125,- Euro. Je nach Preis des Anbieters, sind somit schon mal rund fünf Stunden im Monat refinanziert.

Die Höhe des Pflegegeldes hängt vom Pflegegrad Ihres Angehörigen ab. Dieser hat die alte Aufteilung in Pflegestufe 1 bis 3 abgelöst und wird vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ermittelt. Zu diesem Zweck kommt ein Gutachter zu Ihrem Verwandten nach Hause und prüft die Pflegebedürftigkeit im Rahmen des „Neuen Begutachtungsassessment“ (NBA). Getestet wird dann die allgemeine Alltagsfähigkeit: Kann die zu pflegende Person Bedürfnisse artikulieren, selbstständig essen, trinken und ist die kognitive und bewegungsmotorische Leistungsfähigkeit eingeschränkt? Je nachdem, wie der Test ausfällt, wird Ihr Angehöriger in einen der fünf Pflegegrade eingeteilt. So erhalten Sie dann ein Pflegegeld, dass sich im Bereich zwischen 316,- und 901,- Euro bewegt. Somit wird durch die Zuschüsse der wöchentliche Besuch einer Alltagsbegleitung ermöglicht, ohne dass Sie privat für diese Kosten aufkommen müssen.

Zusätzlich zum Pflegegeld erhalten Sie auch einen Zuschuss für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Die Betreuungsleistungen können mit dem Pflegegeld finanziert werden

Wenn die pflegebedürftige Person zu Hause versorgt wird, stehen ihr bis zu 901,- Euro zu; © Lupo / pixelio.de

Wann ergibt eine stundenweise Betreuung Sinn?

Ob sich das Engagement einer regelmäßigen kurzzeitigen Betreuung lohnt, liegt im Auge des Betrachters. Entscheidend ist hier sicher die aktuelle Pflegesituation Ihres Angehörigen: Ist die Alltagstauglichkeit gegeben, leisten Sie selbst oder andere Verwandte bereits Betreuungs- oder Pflegearbeit und wie hoch ist der Pflegegrad? Um diese Fragen beantworten zu können, möchten wir auf Grundlage von drei verschiedenen fiktiven Szenarien skizzieren, wann und wie ein Alltagsbegleiter zum Einsatz kommen kann.

  1. Geringer Pflegebedarf bei hohem eigenen Zeitpotenzial: Wenn Ihr Angehöriger nur bei einigen alltäglichen Aufgaben Hilfe benötigt und sie selbst die Kapazitäten haben ihn oder sie zu unterstützen, ist das Engagement eines Alltagshelfers nicht zwingend nötig. Wenn Sie aufgrund eigener Krankheit oder im Fall eines Urlaubs zeitweise nicht zur Verfügung stehen, könnte eine solche Betreuungskraft aber durchaus für diesen Zeitraum die entstandene Lücke füllen.
  2. Mittlerer Pflegebedarf bei eingeschränktem eigenen Zeitpotenzial: In diesem Beispiel kommen die Vorteile der stundenweisen Seniorenbetreuung zum Tragen. Wenn Sie beispielsweise an einem bestimmten Tag in der Woche nicht selbst für die Versorgung Ihres Angehörigen sorgen können, kann hier eine Hilfskraft für Sie einspringen. Optional wäre natürlich auch die Kurzzeitpflege möglich.
  3. Hoher Pflegebedarf bei niedrigem eigenen Zeitpotenzial: Hier ist das Engagement eines sporadisch zu Besuch kommenden Seniorenbetreuers definitiv zu wenig. Besonders, wenn Ihr Angehöriger unter Demenz leidet oder bettlägerig ist, muss durchgehend gut geschultes Pflegepersonal in Reichweite sein. Hier ist die 24h-Pflege eine gute Alternative, um Ihrem Verwandten den Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Alternative: Die 24h-Pflege zu Hause

Besonders wenn der Pflegebedarf steigt und Sie selbst nicht im nötigen Maß bei Ihrem Angehörigen sein können um die Hilfe selbst zu leisten, kann die 24h Betreuung eine gute Lösung sein. Im Rahmen dieser Dienstleistung kommen Pflegekräfte aus Osteuropa (meist polnische Pflegekräfte) für einen festen Zeitraum in die Wohnung Ihres Angehörigen, um dort die grundlegenden Pflege- und Hausarbeiten zu übernehmen. Neben der Bereitschaft rund um die Uhr, sind auch die niedrigeren Kosten für die 24h-Pflege im Gegensatz zu den Kosten eines Altenheims oder Pflegeheims ein enormer Vorteil. Wenn Sie jetzt unseren Bedarfserfassungsbogen ausfüllen, bringen wir Sie schnellstmöglich mit bis zu drei geprüften Vermittlungsagenturen zusammen. Diese legen Ihnen dann jeweils ein unverbindliches Angebot vor, die Sie dann in Ruhe miteinander vergleichen können.

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