Kosten häusliche Pflege

Wenn Ihr Angehöriger im hohen Alter nicht mehr fähig ist, sich selbst zu versorgen, kommen nur zwei Möglichkeiten in Frage: Entweder der Umzug in ein Altenheim oder die häusliche Pflege in den eigenen vier Wänden. Letzteres ist für die meisten Menschen die bevorzugte Variante. Um diese Art der Versorgung zu realisieren, sind aber große Anstrengungen nötig. Neben der Unterstützung von Verwandten und Freunden, ist auch die professionelle Hilfe von Pflegedienstleistern nötig. Aber auch die 24h-Pflege durch Pflegekräfte aus Osteuropa ermöglicht die häusliche Pflege auf hohem Niveau. Dieser Artikel soll Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten geben und skizzieren, mit welchen Kosten Sie in den jeweiligen Fällen rechnen müssen.

Die häusliche Pflege kostet in der Regel deutlich weniger als ein Platz im Altenheim

Die Kosten für häusliche Pflege variieren abhängig vom genutzten Betreuungsangebot

Die Kosten für die häusliche Pflege liegen im Fall der 24h-Pflege bei ca. 2.000 Euro aufwärts; © I-vista / pixelio.de

Privat organisierte häusliche Pflege

Natürlich versuchen viele Angehörige zuerst, die Pflege des Verwandten selbst zu organisieren. Inwieweit das möglich ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab. Zum einen ist der Pflegegrad der pflegebedürftigen Person entscheidend. Bei einem überschaubaren Pflegebedarf ist es durchaus möglich, die anfallende Arbeit unter mehreren Familienmitgliedern aufzuteilen und so die Betreuung Angehöriger selbst zu übernehmen. Spätestens ab dem dritten Pflegegrad wird der Aufwand aber so hoch, dass ungeschulte Verwandte die Arbeitslast nicht mehr alleine schultern können. Darüber hinaus spielt auch Ihre eigene Lebenssituation eine große Rolle. Bei einer Vollzeit-Anstellung ist es kaum möglich, den zusätzlichen Aufwand zu bewältigen – zumal dann, wenn Sie nicht in der gleichen Stadt wohnhaft sind. Letztendlich ist auch niemandem damit geholfen, wenn Sie selbst unter der körperlichen und seelischen Anstrengung stark leiden. Spätestens an diesem Punkt sollten Sie sich die Frage stellen, ob ein professioneller Dienstleister diese Arbeit an Ihrer Stelle übernehmen sollte.

Familienpflegezeit

Wenn Sie bei einem Unternehmen angestellt sind, haben Sie einen rechtlichen Anspruch auf die sogenannte Familienpflegezeit. So können Sie für höchstens zwei Jahre Ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren, um den nötigen Freiraum für die privat organisierte Pflege zu schaffen. Ihr Arbeitgeber muss in der Regel ihrem Wunsch entgegenkommen, wenn in dem Unternehmen mindestens 25 Angestellte arbeiten und Sie Ihr Vorhaben acht Wochen vorher ankündigen.

Stundenweise Seniorenbetreuung

Bei der stundenweisen Seniorenbetreuung kommen Betreuerinnen oder Betreuer für wenige Stunden in der Woche zu Besuch, um kleinere Aufgaben im Haushalt zu übernehmen oder den Einkauf zu erledigen. Darüber hinaus fungieren sie aber auch als Bezugsperson und beschäftigen sich mit den Senioren, spielen Gesellschaftsspiele mit ihnen oder unternehmen Spaziergänge. Dementsprechend ist ihr Einsatz in erster Linie sinnvoll, wenn Ihr Angehöriger einen niedrigen Pflegebedarf hat und lediglich ein wenig Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben oder Gesellschaft benötigt.

Ambulante Pflegedienste

Wenn die anfallende Arbeit in wenigen Stunden am Tag oder in der Woche verrichtet werden kann, sind ambulante Pflegedienste eine gute Option. Diese werden entweder von Privatunternehmen oder von kirchlichen Wohlfahrtsverbänden wie der Caritas oder der Diakonie angeboten. Zu den vereinbarten Zeiten kommt hier professionelles Pflegepersonal in den Haushalt Ihres Angehörigen, um bei der Pflege, medizinischen Maßnahmen oder der hauswirtschaftlichen Arbeit zu unterstützen. Darüber hinaus können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes auch in Beratungssituationen weiterhelfen und bei Bedarf weitere Pflegedienstleister vermitteln.

24-Stunden-Pflege

Bei der 24h-Pflege zieht eine meist polnische Pflegekraft mit in die Wohnung Ihres Angehörigen ein. Für einen festgelegten Zeitraum übernimmt sie vor Ort täglich Aufgaben im Haushalt, bei der Grundpflege und der Mobilisierung des Senioren. Vermittelt werden die Pflegerinnen je nach Beschäftigungsform dabei meistens von deutschen Agenturen, die mit den jeweiligen Anbietern der Dienstleistung im Heimatland der Betreuerin zusammenarbeiten. Diese entsenden dann für etwa drei Monate eine Pflegekraft nach Deutschland, die nach dieser Zeit von einer anderen Pflegekraft abgelöst wird. Diese Form der Betreuung ist besonders dann geeignet, wenn ein mittlerer Pflegebedarf besteht, den die Familienmitglieder nicht selbst auffangen können.

Die häusliche 24h-Pflege beinhaltet Hilfe im Haushalt sowie die Grundpflege und Mobilisierung der Pflegebedürftigen Person

Im Zuge der häuslichen Pflege übernehmen die Dienstleister auch viele Arbeiten im Haushalt

Zur Arbeit in der häusliche Pflege gehört auch das Putzen, Waschen, Kochen oder Einkaufen; © Markus Hein / pixelio.de

Kosten für die häusliche Pflege

Es lässt sich nicht verallgemeinern, welche Art der häuslichen Pflege die kostengünstigste ist. Viel mehr kommt es auf die gegebenen Umstände an: Wie hoch ist der Pflegebedarf Ihres Angehörigen? Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung? Ist es überhaupt wirtschaftlich sinnvoll, möglichst viele Pflegeaufgaben selbst zu übernehmen?

Letzteres ist ein unterschätzter Aspekt. Wenn Sie beispielsweise in einer überdurchschnittlich gut bezahlten Festanstellung beschäftigt sind und mit dem Gedanken spielen, Familienpflegezeit zu beantragen, sollten Sie die Opportunitätskosten beachten. Hierbei handelt es sich um den verminderten Verdienst, der mit der reduzierten Arbeitszeit einhergeht. Bevor Sie also Ihre Arbeitszeit temporär verringern, sollten Sie gegenrechnen, ob sich von dem Geld, was Sie so einbüßen, nicht auch eine professionelle Pflegekraft finanzieren lässt.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie umfangreich die zu leistende Betreuung tatsächlich ist. Kann Ihr Angehöriger sich noch gut selbst versorgen und benötigt lediglich Unterstützung bei ein paar wenigen Haushaltsarbeiten, kommt die stundenweise Seniorenbetreuung, ein ambulanter Pflegedienst oder andere Dienstleister wie Essen auf Rädern, Gärtner oder Ähnliches in Frage. Sollte der Bedarf aber weit darüber hinausgehen, wäre es mit ein paar Stunden Hilfe pro Woche nicht mehr getan. In diesem Fall empfiehlt sich die 24-Stunden-Pflege. Durch die dauerhafte Anwesenheit der Betreuungskraft im Haushalt Ihres Angehörigen, kann diese immer dann helfen, wenn die Hilfe konkret benötigt wird.

So lässt sich zusammenfassend sagen: Bei einem niedrigen Aufwand sind die Kosten für die stundenweise Betreuung (zwischen 15,- und 30,- Euro pro Stunde) meist relativ gering. Muss darüber hinaus täglich pflegerische Arbeit geleistet werden, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst. Die Kosten für die ambulante Pflege liegen erfahrungsgemäß bei ca. 35,- Euro pro Stunde für die Grundpflege und ca. 25,- Euro pro Stunde für häusliche Betreuungsleistungen. Die Kosten für die 24h-Pflege beginnen bei etwa 1.900,- Euro, können aber auch bis zu 2.800,- Euro betragen, je nachdem, welche Ansprüche Sie an die Pflegerin haben. So lässt sich sagen, dass wenn Sie täglich einen ambulanten Pflegedienst kommen lassen, der jeweils eine Stunde Grundpflege und eine Stunde häusliche Betreuungsleistungen erbringt, hochgerechnet auf den ganzen Monat die Betreuung durch eine 24h-Pflegekraft meist günstiger ist. Da die Preise nicht bei allen Anbietern gleich sind, kann es in Einzelfällen abweichen. Als Faustregel sind diese Zahlen aber durchaus brauchbar. Allerdings: Unabhängig davon, welche Dienstleistung Sie in Anspruch nehmen, steht Ihnen die Unterstützung der Pflegekasse zu, sobald bei Ihrem Angehörigen eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde.

Was bezahlt die Pflegeversicherung? 

Wenn Ihr Angehöriger in einem der fünf Pflegegrade eingestuft wurde, können Sie für diese Dienstleistungen Pflegegeld und Pflegesachleistungen der Pflegeversicherung aufwenden.

Für den ambulanten Pflegedienst sind die Pflegesachleistungen angedacht. Dabei handelt es sich um Maßnahmen in den Bereichen der Grundpflege, der Hauswirtschaft und der Betreuung. Nicht dazu gehört die medizinische Behandlungspflege wie die Medikamentengabe oder das Setzen von Injektionen. Die Leistungen der Pflegekassen für Pflegesachleistungen liegen bei:

Schon ab dem ersten Pflegegrad erhalten Sie darüber hinaus 125,- Euro monatlich für sogenannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Diese können Sie für das Engagement einer stundenweisen Seniorenbetreuung nutzen.

Die 24h-Pflege hingegen kann nicht mit den Ansprüchen auf Pflegesachleistungen vergolten werden. Wenn Sie also auf die Arbeit von ambulanten Pflegediensten verzichten und stattdessen lieber eine 24-Stunden-Betreuung organisieren möchten, können Sie hierfür das Pflegegeld aufwenden. Derzeit bemisst sich das Pflegegeld folgendermaßen:

Dieses Geld wird dem oder der Betroffenen von der Pflegekasse überwiesen. Diese können es dann als Anerkennung an die pflegenden Angehörigen oder ehrenamtlichen Helfer weitergeben, oder eben selbst eine Pflegedienstleistung damit finanzieren. Wenn also die Dienste einer 24h-Pflegekraft für die Betreuung eines Senioren mit Pflegegrad 3 beispielsweise 1.900,- Euro betragen und Sie das Pflegegeld voll dafür nutzen wollen, liegen die tatsächlichen Kosten für Sie letztendlich bei 1.355,- Euro.

Kosten für einen Platz im Pflegeheim

Die Kosten für Altenheim und Pflegeheim setzen sich aus vier Faktoren zusammen: die pflegerische Versorgung, die Verpflegung und Unterbringung, die Investitionskosten sowie der einrichtungseinheitliche Eigenanteil. Nicht alle dieser Kosten werden von der Pflegeversicherung getragen. Während die pflegerische Versorgung zu einem gewissen Teil von der Kasse finanziert wird, müssen Sie die Verpflegung, die Investitionskosten und den Eigenanteil selbst zahlen. Wie hoch die Kosten für Sie am Ende tatsächlich sind, hängt zu einem großen Teil auch davon ab, in welchem Bundesland Ihr Angehöriger untergebracht ist. So zahlt man durchschnittlich für einen Platz in einem Altenheim in Nordrhein-Westfalen rund 4.000 Euro, in Sachsen-Anhalt hingegen nur etwas mehr als 2.500 Euro. Trotz der Unterstützung durch die Pflegeversicherung entstehen so meist Kosten von mindestens 2.000 Euro, die die Pflegebedürftigen nach allen Abzügen noch selbst tragen müssen.

Vorteile der häuslichen Pflege

So ist selbst bei einem hohen zu erwartenden Aufwand, das Engagement einer 24h-Pflegekraft meistens noch deutlich günstiger, als ein dauerhafter Platz im Pflegeheim. Aber auch über den Preis hinaus birgt die Versorgung in den eigenen vier Wänden viele verschiedene Vorteile. Nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, dass unter einem Umzug in ein neues und fremdes Umfeld leiden würde, profitiert von der häuslichen Pflege, sondern in manchen Fällen auch der gesundheitliche Zustand. Der persönliche Bezug zu den Pflegekräften gibt den Senioren einen weiteren zwischenmenschlichen Kontakt, dem sie sich anvertrauen können. Bei einer Demenz ist der Verbleib in der eigenen Wohnung auch deshalb wichtig, weil die an dem Umfeld hängenden Erinnerungen identitätsstiftenden Charakter haben. So hat die häusliche Pflege auch einen therapeutischen Vorteil. Die Argumente für und gegen die häusliche Pflege auf einen Blick:

Ermöglicht Verbleib in der Wohnung

Viele Arbeiten werden übernommen

Grundpflege ist gesichert

Günstiger als Platz im Pflegeheim

Zusätzliche Bezugsperson vor Ort

Sicherheit und Entlastung für Angehörige


Umfang der Pflegeleistungen in Extremfällen unzureichend


Die Arbeiten im Haushalt werden bei der häuslichen Pflege durch die dienstleistende Betreuungskraft übernommen

Der Verbleib in der eigenen Wohnung ist ein großer positiver Aspekt bei der häuslichen Pflege

Die eigene Wohnung ist identitätsstiftend und bleibt bei der häuslichen Pflege das Zuhause des Pflegebedürftigen; © RainerSturm / pixelio.de

Fazit: Welche Pflegeform ist am günstigsten?

Welche Form der Seniorenbetreuung für Sie am günstigsten ist, hängt vom Bedarf ab. Haben Sie ohnehin Zeit um sich um Ihren Angehörigen zu kümmern und ist der Pflegeaufwand klein, können Sie die Arbeit problemlos selbst erledigen. Wenn nur unregelmäßig für ein paar Stunden in der Woche die Unterstützung von einer professionellen Pflegekraft von Nöten ist, ist das Engagement eines ambulanten Pflegedienstes oder einer stundenweisen Seniorenbetreuung am wirtschaftlichsten. Geht der Bedarf darüber hinaus, sodass der oder die Pflegebedürftige täglich mehrere Stunden Unterstützung braucht, empfiehlt sich die 24h-Pflege. Diese ist selbst bei hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Betreuerin (hoher Pflegeaufwand, sehr gute Deutschkenntnisse und Zusatzqualifikationen für die Versorgung von Demenzkranken) meistens immer noch deutlich günstiger, als ein Platz im Pflegeheim.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine polnische Pflegekraft für einen Familienangehörigen zu engagieren, können Sie unseren praktischen Angebotsservice nutzen. Dazu müssen Sie nur über unseren Fragebogen Ihren Bedarf übermitteln. Wir bringen Sie dann mit bis zu drei Anbietern zusammen, die Ihnen ein konkretes, unverbindliches Angebot machen. So können Sie binnen kürzester Zeit eine professionelle und liebevolle Versorgung für Ihren Verwandten organisieren.