Warum eine seniorengerechte Ernährung so wichtig ist

Die physischen Veränderungen, die Senioren mit zunehmendem Alter durchmachen, sind unterschiedlich ausgeprägt. Einerseits hängen diese von der individuellen Lebensweise und andererseits von der genetischen Veranlagung ab. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind jedoch die Ernährungsgewohnheiten, die einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit haben. Im Alter verändern sich nämlich auch Körperzusammensetzung, Körpergewicht, Nährstoff- und Energiebedarf sowie Durstempfinden, Kauleistung und Magen-Darm-Funktion – eine seniorengerechte Ernährung wird also relevant.

Seniorengerechte Ernährung hilft fit zu bleiben (Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de).

Um gesund altern zu können, bedarf es also einer darauf abgestimmten und ausgewogenen Ernährung. Im folgenden Gastbeitrag von der CareWork werden die Gründe für eine seniorengerechte Ernährung erläutert und entsprechende Empfehlungen zusammengetragen:

Der Energiebedarf sinkt – der Nährstoffbedarf bleibt

Der Bedarf an Energie nimmt mit fortschreitendem Alter ab. Ältere Menschen bewegen sich weniger, weshalb auch die Muskulatur schwindet und der Grundbedarf an Energie sinkt. Der Energiebedarf reduziert sich ab dem 55. Lebensjahr drastisch. Viele Senioren nehmen jedoch wesentlich mehr Energie auf, als tatsächlich benötigt wird. Diese übermäßige Zufuhr von Kalorien führt dann unweigerlich zu einer Erhöhung des Körpergewichts mit allen bekannten negativen Folgen für die Gesundheit.

Auch wenn Senioren weniger Energie verbrauchen, bleibt der Nährstoffbedarf unverändert hoch. Vitamine, Mineralstoffe und Proteine tragen zur Gesunderhaltung bei. Älteren Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, wird sogar eine leichte Erhöhung der Proteinzufuhr empfohlen.

Die Ernährung dem Alter anpassen

Im Idealfall setzt sich die Ernährung bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr zu

  • 55 % bis 65 % aus Kohlenhydraten,
  • 25 % bis 30 % aus Fetten und zu
  • 10 % bis 15 % aus Proteinen

zusammen.

Die ausgewählten Lebensmittel sollten wenig Energie, dafür aber viele Nährstoffe enthalten.

Eine hohe Nährstoffdichte weisen Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Fisch und Fleisch auf, wobei hier auch auf den Fettgehalt geachtet werden muss. Für fett- und zuckerhaltige Lebensmittel sowie Alkohol gilt auch hier der Grundsatz „in Maßen, nicht in Massen“. Dies, zumal im Alter die Fähigkeit der Leber, Alkohol abzubauen, ebenfalls nachlässt.

Viel Protein – wenig Fett

Der Tagesbedarf an Protein beträgt durchschnittlich 70 Gramm bei 15 % der Gesamtenergie. Das Protein sollte zur Hälfte aus tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder Milchprodukten und zur anderen Hälfte aus Kartoffeln, Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten stammen.

Pro Tag sollten Senioren nicht mehr als 40 Gramm Fett zu sich nehmen und dabei auf hochwertige Pflanzenfette oder gut verdauliche Butter zurückgreifen. Was bei der Essensplanung gerne vergessen wird ist der nicht zu unterschätzende Fettgehalt von Wurst, Käse, Schokolade und Kuchen.

Der Bedarf an Kohlenhydraten von mindestens 250 Gramm am Tag lässt sich durch stärkehaltiges Getreide, Vollkorn, Kartoffeln und Gemüse decken. Diese Nahrungsmittel enthalten zusätzlich zahlreiche Ballaststoffe, die bei der unter Senioren weit verbreiteten Verstopfung hilfreich sein können.

Nicht vergessen: Trinken!

Ganz besonders wichtig für alle Körperfunktionen ist auch für ältere Menschen die Flüssigkeitszufuhr. Senioren sollten mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Früchte- und Kräutertee am Tag trinken.

Das Durstgefühl lässt im Alter nach, weshalb sich ein Trink-Training empfiehlt. Hierbei wird ein gefülltes Glas Wasser im Blickfeld platziert, sodass das Trinken nicht vergessen werden kann. Es reicht, wenn in regelmäßigen Abständen kleinere Mengen Flüssigkeit getrunken werden. Hierfür empfehlen sich neben Wasser und Tee auch Saftschorlen. Beim Mineralwasser sollte stilles Wasser favorisiert werden, da kohlensäurehaltige Getränke oft Magenschmerzen und Blähungen verursachen.

Eine sinnvolle Ergänzung hierzu ist fettarme Milch, von der am Tag etwa ein halber Liter getrunken werden sollte. Milchprodukte enthalten viel Kalzium, das die Knochendichte erhält und dem Abbau von Knochensubstanz und damit einer Osteoporose vorbeugen kann.

Gewürze und Kräuter für mehr Abwechslung

Das Alter zieht auch das Geruchs- und Geschmacksempfinden in Mitleidenschaft. Statt Speisen deshalb stärker zu salzen ist es sinnvoller, die Mahlzeiten mit frischen Kräutern und Gewürzen abzuschmecken. Mit Paprika, Muskat, Curry, Kümmel, Zimt und Pfeffer kommt nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern es werden auch der Appetit und die Verdauungssekrete angeregt.

Zusätzlich verleihen Liebstöckel, Sellerie, Basilikum, Dill, Zitronenmelisse, Salbei oder Oregano vielen Speisen ein „anderes“ Aroma. Besonders gesund sind Speisen mit Knoblauch und Zwiebeln, was auf die enthaltenen ätherischen Öle mit ihren entzündungshemmenden Wirkungen zurückzuführen ist. Bei Salz sollte, allerdings sparsam, auf Jodsalz zurückgegriffen werden. Ein weiterer wichtiger Lieferant von Jod ist frischer Seefisch.

Kleinere Mahlzeiten im Rahmen einer seniorengerechten Ernährung bevorzugen

Statt der obligatorischen drei großen Mahlzeiten am Tag sind für Senioren ofmals fünf bis sechs kleine „Snacks“ bekömmlicher. Durch die regelmäßigen und nicht so belastenden Speisen wird der Insulinstoffwechsel und der Verdauungstrakt entlastet. Die Verteilung der Mahlzeiten über den Tag trägt dazu bei, dass Heißhungerattacken seltener vorkommen und gleichzeitig sowohl das Leistungsvermögen als auch die Konzentration erhalten bleiben. Nicht zuletzt sorgen mehrere kleinere Mahlzeiten für einen strukturierten Tagesablauf.

Wenn das Kauen und Schlucken schwerfällt

Wenn das Kauen und Schlucken Schwierigkeiten bereitet, kann die Nahrung zur Entlastung aufbereitet werden. Gemüse und Obst lässt sich roh in geraffelter oder gepresster sowie gekocht in pürierter Form zubereiten. Über passende Produkte und Hilfsmittel können Sie sich in unserer Kategorie Seniorenprodukte informieren.

Kartoffelpüree ist ein adäquater Ersatz für Salz- oder Bratkartoffeln, während Vollkornprodukte auch als Brei, in Suppenform, als Frühstückflocken oder geschrotet in Aufläufen zubereitet werden können. Viele weichere Brotsorten werden zusätzlich auch mit einem hohen Vollkornanteil angeboten. Wird Milch nicht mehr vertragen, kann auf Dickmilch, Buttermilch, Joghurt, Käse oder Kefir ausgewichen werden, um sich deren leicht abführende Wirkung zunutze zu machen.

Letztendlich gilt, dass eine abwechslungsreiche Ernährung auch für Senioren die beste Garantie ist, alle benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge zu sich zu nehmen.

Eine seniorengerechte Ernährung stellt auch eine wesentliche Aufgabe im Rahmen einer 24 Stunden Betreung, bspw. durch polnische Pflegekräfte, dar. Ein Essens-Plan kann im Zuge dessen individuell abgestimmt werden.

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